Andrea Ricken ist die jüngste Godehard-Preisträgerin

Godehardpreisträgerin (c) wic
Datum:
15. Januar 2023
Von:
Stephanie Wickerath

Bis zum Schluss blieb er geheim, der Name der diesjährigen Godehard-Preisträgerin. Entsprechend groß war die Überraschung, als Andrea Ricken auf die Bühne gebeten wurde – auch bei der 39-Jährigen selbst. „Ich?“, fragte die Vorsterin ungläubig.

Jedes Jahr im Januar lädt der Pfarreirat St. Godehard Vorst zum Neujahrsempfang ein. Etwa 100 Menschen versammeln sich dann im Saal von Haus Vorst. Höhepunkt des geselligen Austauschs ist seit mehr als 20 Jahren die Verleihung des Godehard-Preises. Wer ihn bekommt, ist das bestgehütete Geheimnis des Ortes.

Der Godehard-Preis ist eine Auszeichnung für Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen, aber „im Sinne des christlichen Glaubens Nächstenliebe üben.“ So steht es auf der Urkunde, die die Preisträger gemeinsam mit einer kleinen Holzfigur des Vorster Pfarrpatrons Godehard bekommen. „Im Vordergrund steht die Bereitschaft, Hilfe zu leisten“, sagt Carsten Hesse vom Pfarreirat, dem Gremium, das die Preisträger auswählt und auszeichnet.

Die Laudatio auf Andrea Ricken, die übrigens die jüngste Preisträgerin in der Geschichte der Verleihung ist, hielten Christa Thomassen und Inge Bräuning, die ebenfalls im Pfarreirat beziehungsweise im Gemeindevorstand aktiv sind. Die beiden Frauen zählten auf, auf welch vielfältige Weise sich Andrea Ricken seit vielen Jahren in der Pfarre engagiert: Nach ihrer Kommunion 1992 wurde sie Messdienern, später war sie selbst als Katechetin aktiv, eine Zeitlang war die Grundschullehrerein auch die Leiterin der Kommunionvorbereitungen.

Heute ist die 39-Jährige Mitglied im Pfarreirat, im Kinder- und Familienmesskreis als Lektorin und Mitorganisation aktiv, hilft ehrenamtlich im Pfarrbüro aus und hat die Küsterinnendienste übernommen, als die hauptamtliche Küsterin krankheitsbedingt ausfiel. Den verstorbenen Vorster Pfarrer Ludwig Kamm hat Andrea Ricken zu vielen Terminen gefahren und begleitet.

Und weil Andrea Ricken „ein bunter Blumenstrauß für unsere Gemeinde“ ist, wie Christa Thomassen es formulierte, bekam die junge Frau einen Strauß voller bunter Pappblumen für jedes Ehrenamt, das sie inne hat, überreicht. Die Preisträgerin selbst war zunächst sprachlos. Später sagte sie, sie habe das alles sehr gerne und mit Herzblut gemacht.

Vor der Preisverleihung nutzte Moderator Carsten Hesse die Versammlung, um einige neue Mitglieder in den Gremien Kirchenvorstand, Pfarreirat und Gemeindevorstand vorzustellen. Pfarrer Thomas Eicker bedankte sich bei den Ehrenamtlichen für das Engagement und die Bereitschaft, in der Pfarre Verantwortung zu übernehmen.

Außerdem standen 42 Mädchen und Jungen auf der Bühne, die in diesem Jahr als Sternsinger:innen im Ort unterwegs waren und den Segen von Haus zu Haus gebracht haben. Dass die kleinen Könige und Königinnen dabei mehr als 7.000 Euro für Kinder in Not gesammelt haben, wurde mit viel Beifall honoriert.