Den Weg bereiten für Frauen in katholischen Ämtern

Maria 2.0 (c) Stepanie Wikerat
Datum:
14. September 2020
Von:
Stephanie Wickerath

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd, hat sich der Bewegung „Maria 2.0“ angeschlossen und fordert den Zugang für Frauen zu allen Ämtern in der katholischen Kirche. In St. Cornelius gab es dazu eine Gebetsstunde.

Am Ende spannt sich ein roter Faden wie ein Netz durch die Sitzreihen der Pfarrkirche St. Cornelius. Verbunden sind sein Anfang und sein Ende mit dem Altar. Die Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, kurz kfd, waren zuvor mit einem roten Wollknäuel durch die Bankreihen gegangen und alle, die dort sitzen, halten jetzt ein Stück des langen Fadens fest. „Gebetsnetz für eine geschlechtergerechte Kirche“ ist die Veranstaltung überschrieben, zu der die kfd St. Tönis eingeladen hat.

„Nach dem Vorbild des Gebets am Donnerstag aus dem Kloster Fahr wollen auch wir heute Teil dieses Gebetsnetzes werden“, sagt Silvia Fögen-Wolf, Sprecherin der kfd St. Tönis. Es sei wichtig, Frauen eine Stimme zu geben, sonst sei es bald still in der Kirche, zitiert die Sprecherin aus den Forderungen der Bewegung „Maria 2.0“. „Gleich und gerecht“ soll sie sein, die katholische Kirche von morgen, und sie soll es Frauen ermöglichen, alle Ämter in der Kirche besetzen zu können. „Auch Frauen möchten ihr ganzes Dasein in den Dienst Gottes stellen und sich weihen lassen zu Diakoninnen und Priesterinnen“, sagt Silvia Fögen-Wolf.

Unter dem Schlagwort „Maria 2.0“ hat die „Bewegung für eine geschlechtergerechte Kirche“ im vorigen Jahr auf sich aufmerksam gemacht. In diesem Jahr geht der Kampf um Gleichberechtigung mit einem Gebetsnetz weiter, das von den Frauenseelsorgerinnen in den Regionen und der kfd im Bistum unterstützt wird. „Seit Februar beten Menschen jeden zweiten Donnerstag in den Kirchen das Gebet ‚Schritt für Schritt‘ der Priorin Irene Gassmann aus dem Kloster Fahr“, erklärt Silvia Fögen-Wolf.

„Frauen und Männer sind durch die eine Taufe gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche“, heißt es in diesem Gebet. „Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie zu einer Kirche beitragen, die erneuert in die Zukunft geht.“ Und weiter: „Eine glaubwürdige Kirche ist offen für Menschen gleich welcher Herkunft, welcher Nationalität, welcher sexuellen Orientierung.“ Es sei Zeit für Veränderungen in der Kirche, bevor sich noch mehr Menschen abwenden, sind sich die Initiatorinnen der Gebetsstunde in St. Cornelius einig.