GdG setzt auf Prävention

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Datum:
7. Januar 2021
Von:
Stephanie Wickerath

Das Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wird auch in der katholischen Gemeinschaft der Gemeinden Kempen-Tönisvorst diskutiert. Pfarrer Thomas Eicker erläutert, was getan wird, um Kinder zu schützen und verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen: „Wir können nicht rückgängig machen, was in der katholischen Kirche in der Vergangenheit geschehen ist, aber wir wollen daraus lernen und dafür sorgen, dass sexualisierte Gewalt gegen Schutzbefohlene künftig verhindert wird.“

Dass die Pfarrer beim Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche besonders im Fokus stehen, ist dem GdG-Leiter bewusst. „Bei allem, was ich als Priester tue, achte ich auf ein eindeutiges Verhalten, das nicht missverstanden werden kann“, sagt der 57-Jährige. Erst kürzlich habe er vor einem weinenden Kind gestanden und sich gefragt, wie er es trösten darf.

Auch Pfarrvikar Marc Kubella, ebenfalls Priester der GdG Kempen-Tönisvorst, sagt, er versuche immer möglichst transparent zu arbeiten. „Es ist oft eine Gratwanderung, wie man mit Kindern und Jugendlichen ihrem Alter entsprechend und situationsbezogen umgeht“, weiß Marc Kubella.

Aber nicht nur sich selbst, auch andere haben die Pfarrer im Blick. „Wir achten darauf, wie die Mitarbeitenden und die Ehrenamtlichen sich Kindern nähern und mit Kindern umgehen“, sagt Pfarrer Eicker. Generell gebe es eine hohe Sensibilität für das Thema, die durch Schulungen und Fortbildungen, die alle 50 Mitarbeitenden der GdG und die ehrenamtlich Tätigen durchlaufen, noch gefördert werde.

Mit der Gemeindereferentin Julia Klütsch gibt es außerdem seit einem Jahr eine speziell geschulte Präventionsfachkraft. „Der Schutz vor sexualisierter Gewalt ist ein ganz wichtiges Thema, das mir sehr am Herzen liegt“, sagt die 27-Jährige. Bei der Prävention handele es sich nicht um theoretische Überlegungen, sondern um etwas, das ganz praktisch umgesetzt werde. „Wir schulen gemeinsam mit dem katholischen Forum unsere Mitarbeitenden und Ehrenamtliche, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben“, erläutert die Präventionsfachkraft. Dabei gehe es darum, deutlich zu machen, wie Grenzen eingehalten und Signale richtig gedeutet werden.

Erste Basisschulungen gab es 2017 für die Mitarbeitenden der GdG Kempen-Tönisvorst, weiß die Personalverantwortliche Monika Hübner-Karges. „Diese Schulung wird alle fünf Jahre wiederholt“, erklärt die Koordinatorin. Außerdem müssten alle in den Pfarrgemeinden Tätigen ein erweitertes Führungszeugnis und eine Selbstverpflichtungserklärung vorlegen.

Darüber, dass sich alle Vertreter und Vertreterinnen der Institution Kirche mit dem Thema beschäftigen müssen, sind sich die Beteiligten einig. „Kirche ist die Anwältin des Lebens. Wir müssen auch deshalb Kinder und Jugendliche besonders schützen“, sagt Pfarrer Eicker, der bei dem Thema Prävention gerne schon weiter wäre. „Aber Corona hat unsere Bemühungen leider ausgebremst“, sagt der GdG-Leiter, der betont, wie wichtig es sei, das Thema immer wieder anzusprechen und in den Bemühungen nicht nachzulassen.

 

KONTAKT: Gemeindereferentin Julia Klütsch ist in der GdG Kempen-Tönisvorst die Ansprechpartnerin zu allen Fragen rund um das Thema sexualisierte Gewalt und Vorbeugung von Übergriffen. Sie ist telefonisch zu erreichen unter 02152-89 71 022 und 0151-20413994 oder per E-Mail: julia.kluetsch@gdg-ktv.de.