Glockenläuten und gemeinsames Gebet

Evangelische und katholische Kirchen läuten gemeinsam - auch am Ostersonntag

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29. März 2020
Online-Redaktion

Zunächst bis zum 8. April werden an jedem Tag der Corona-Pandemie um 19.30 Uhr alle Glocken der katholischen Kirchen der Gemeinschaft der Gemeinden Kempen-Tönisvorst sowie die der evangelischen Kirchen in Kempen läuten.

Die GdG beteiligt sich damit an der Initiative aller Bistümer in Nordrhein-Westfalen. Die Glocken laden uns zum Gebet ein. Alle, die gläubig sind, werden gebeten, das Vater unser zu diesem Zeitpunkt gemeinsam - wenn auch räumlich getrennt - zu beten und wenn möglich und gesichert eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen.

Wer mag, kann auch das Gebet in Zeiten der Corona-Pandemie sprechen oder das Gegrüßet seist du, Maria, mit dem sich die Gläubigen des Schutzes und der Hilfe Gottes vergewissern können.

Auch das Gebet ist möglich, das Dietrich Bonhoeffer in bedrängter Zeit formuliert hat.

 

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

 

Am Ostersonntag, 12. April, läuten in den evangelischen und katholischen Kirchen Nordrhein-Westfalens von 9.30 bis 9.45 Uhr die Glocken. Dazu rufen die drei Landeskirchen und die fünf Bistümer im Bundesland ihre Gemeinden auf.
Das ökumenische Geläut soll gerade in Zeiten der Corona-Krise die österliche Freude über den Sieg des Lebens zum Ausdruck bringen. Nachdem keine regulären Gottesdienste möglich sind, ist dieses gemeinsame Zeichen am höchsten christlichen Fest umso wichtiger. Deshalb ergeht der Aufruf in der Evangelischen Kirche von Westfalen, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Lippischen Landeskirche ebenso wie im Erzbistum Paderborn, im Erzbistum Köln und in den Bistümern Münster, Essen und Aachen. Insgesamt gehören dazu rund zwölf Millionen katholische und evangelische Christen.