Kempener Hilfstransporte in die Ukrainischen Karpaten

IMG-20221022-WA0003 (c) Förderverein St. Josef
Datum:
17. November 2022
Von:
Ina Germes-Dohmen

Die private Hilfsaktion der Kempener Heribert Welter und Markus Dohmen hat in Kempen und Umland viele Unterstützer gefunden. Viele Privatleute haben kleine und große Beträge von 15 bis 1000 € gespendet, insgesamt sind bis Mitte November 26.330 € eingekommen, die schon fast ganz für Hilfsmittel ausgegeben und in die Ukraine gebracht wurden. Eingezahlt werden können und konnten die Beträge auf das Konto des Fördervereins St. Josef, dessen Satzung solche Hilfsaktionen zulässt. Heribert Welter ist auch Vorsitzender dieses Fördervereins.

Mittlerweile haben Welter und Dohmen den fünften Transport mit Hilfsmitteln realisiert, der sechste soll noch am 21. Dezember folgen. Auf den rund 1.600 km langen Weg nach Transkarpatien hatten sie dieses Mal neben Konserven, Suppen, Mehl und Babynahrung auch Verbandsmaterial und Hygieneartikel mitgenommen. Gegenwert des Transportes waren 8000 €. Neu dabei war auch Ausrüstung für Soldaten wie z.B. Isomatten oder Schlafsäcke. Denn die Zielsetzung der Hilfe hat sich verändert. Ging es zu Anfang um die von dem Franziskanerpater Franziskus Botvina und Romi Skoroad, einem Bekannten von Markus Dohmen, erbetene Hilfe für ihr Dorf Serednje und von ihnen unterstützte Gebieten bei Zitomir und in der Nähe von Kiew, ist nun die direkte Hilfe für die als Soldaten eingezogenen Männer des Dorfes hinzugekommen. Denn jede Heimatstadt muss ihre Soldaten selbst versorgen. Zudem gibt es eine Zusammenarbeit der römisch-katholischen Kirche (Franziskanerorden) und der mit Rom unierten Ukrainisch griechisch-katholischen Kirche. Hier ist der Priester Ivan Isajovych die Kontaktperson vor Ort, er war noch vor ein paar Wochen durch Granatenbeschuss selbst direkt in das Kriegsgeschehen involviert. Vater Ivan hat schon vor längerer Zeit ein Haus im Dorf Korolevo /Transkarpatien zu einem Kinderheim umgebaut. Hier leben zurzeit 21 Kinder, wovon einige aus dem Kriegsgebiet stammen und Waisen oder Halbwaisen sind. Doch dieses Kinderheim hatte keine Heizung, da war es eine glückliche Fügung, dass Heribert Welter vom Fach ist: Er spendete eine Gastherme, die er für den fünften Transport von Kempen nach Korolevo in den Anhänger packte, 20 Heizkörper hatte er schon bei den vergangenen Transporten mitgenommen. Den Einbau setzt man vor Ort um. Mit der neuen Heizungsanlage können die Kinder in diesen schlimmen Zeiten etwas beruhigter den Winter erwarten.  Denn in der Ukraine wird es nun kalt.

Für den Transport vor Weihnachten hoffen die beiden Initiatoren deshalb auch auf warme, dicke Kleidung für Erwachsene und Kinder, auf Schlafsäcke, Decken und Isomatten. Wer solche Sachspenden abgeben möchte, kann dies bei der Firma Welter, von Ketteler-Straße 24, von 8 bis 17 Uhr an Wochentagen tun. Bei Lebensmitteln oder Hygieneartikel besser zehn Pakete Zwieback oder Nudeln in handelsüblichen Kartons als unterschiedliche Einzelteile, da dies den Grenzübertritt erschwert.

Der Förderverein St. Josef Kempen Kamperlings e.V. hofft weiter auf großzügige Unterstützung. Das Konto hat folgende IBAN: DE24 3205 0000 0011 0518 93