Ostern - ein lebendiger Funke

Funken aus Wunderkerzen (c) pexels
Datum:
15. März 2024
Von:
Regina Gorgs

Ostern – ein wunderbares Fest! Wir feiern etwas Großes, Hoffnungsvolles, das ‚Auferstehung‘ genannt wird. Durch Worte lässt es sich nur schwer beschreiben und der Verstand kommt an seine Grenzen. Aber im Feiern können wir uns die Hoffnung Schritt für Schritt zu eigen machen. Daher widmet die Kirche dem Osterfest eine ganze ‚Heilige Woche‘, in der wir Jesus auf seinem Weg der Hingabe folgen können – durch den Tod hindurch ins Leben. Feiern Sie doch mit:
Am Palmsonntag begleiten wir Jesus in die Hauptstadt Jerusalem. Wie ein König wurde er dort begrüßt, doch macht das nur deutlich: Auch die, die Jesus am nächsten sind, haben ihn nicht verstanden. Gottes Reich ist kein Ort auf der Landkarte. 
Am Gründonnerstag sprach Jesus den Freunden und Freundinnen zu Herzen. Er brach das Brot und teilte es: „So bin ich da für euch, tut dies immer wieder zu meinem Andenken!“ Die Zeit verschwimmt … das ist heute. Gottes Reich ist kein Termin im Kalender.
Am Karfreitag erinnern wir uns an das Leiden Jesu. In ihm begegnen wir einem Gott, der um menschliche Not weiß. Er kennt sie, weil er selbst ganz unten war, verraten und betrogen, konfrontiert mit Einsamkeit und mit einer Angst, die Körper und Seele ergreift. Jesus erlebte, wie sich alle gegen ihn wandten. Unschuldig angeklagt, sah er nach Demütigung und Folter dem Tod ins Auge. Gottes Reich ist kein Opium für das Volk.
Am Karsamstag erkennen wir uns in der Erfahrung der Jünger wieder. Über Nacht sind ihre Hoffnungen und Erwartungen umgeschlagen in Enttäuschung, Angst und Verlassenheit. Wir können uns einfühlen in ihre Zweifel, in die Ungewissheit der Zukunft, in ihr Fragen nach Schuld und nach dem, was wahr ist und bleibt. Es ist uns nicht fremd: Wie wird es unserer Welt ergehen in einer Zeit des sich beschleunigenden Klimawandels, brutaler Kriege, zügelloser KI-Entwicklung, zunehmender Armut, der Bedrohung der Demokratie und der Sehnsucht nach einfachen Antworten und totalitären Führern? Gottes Reich ist kein Selbstbaukasten.
Auferstehung ist keine absehbare, logische Entwicklung. Uns sind Lähmung und Traurigkeit oft näher als Zuversicht und Freude. Auferstehung geschieht, weil Gott auferweckt. Inmitten der Nacht schlägt aus dem toten Stein ein lebendiger Funke. Halten wir ihm nur unsere Herzen hin, dass sie brennen!
Am Ostersonntag können wir dann jubeln: Christus ist auferstanden! Er ist lebendig und wir mit ihm. Gott siegt über das Böse und den Tod. 
Ostern birgt Leben. Es braucht Menschen, die in dieser Gewissheit hoffnungsvoll in die Zukunft blicken – Menschen, die den Mut haben, an eine bessere Welt zu glauben und sich dafür einzusetzen. Seien wir diese Menschen, Bürger und Bürgerinnen von Gottes Reich. 

In diesem Sinne ein frohes Osterfest!
Regina Gorgs, 
Gemeindereferentin
im Namen des Pastoralteams in Kempen / Tönisvorst