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Dreifaltigkeitssonntag

Nun lobet Gott im hohen Thron

Nun lobet Gott im hohen Thron

Lied zu Beginn: GL 393, 1 – 3 Nun lobet Gott im hohen Thron…

 

Nun lobet Gott im hohen Thron, / ihr Menschen aller Nation; / hoch preistet ihn mit Freudenschalle, / ihr Völker auf der Erden alle.
Denn sein Erbarmen, seine Gnad / er über uns gebreitet hat. / Es wird die Wahrheit unsres Herren / in Ewigkeit ohn Ende währen.

Lob sei dem Vater und dem Sohn, / dem Heilgen Geist auf gleichem Thron, / im Wesen einem Gott und Herren, / den wir in drei Personen ehren.

 

Wir sprechen gemeinsam:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Hinführung

  • Es geht wie immer um die Gottesfrage, gerade an diesem Fest.
  • Es geht um das unaussprechliche, große Geheimnis, das wir Gott nennen.
  • Es geht um die Wahrnehmung, dass dieses unaussprechliche Geheimnis in der Schrift als Liebe gedeutet wird.
  • Jesus ist uns zum Bild und Gleichnis für diese Liebe, die Gott ist, bis zum Äußersten seiner Hingabe geworden.
  • Er hat uns ein Beispiel gegeben, dass Gottes Zusage an Mose: „Ich bin da“ bleibend ist..
  • Der Text von Paul Weismantel kann einen Zugang sein:

 

Ich bin da

In das Dunkel deiner Vergangenheit

und in das Ungewisse deiner Zukunft,

in den Segen deines Helfens

und in das Elend deiner Ohnmacht

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.                        

 

In das Spiel deiner Gefühle

und in den Ernst deiner Gedanken,

in den Reichtum deines Schweigens

und in die Armut deiner Sprache

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.

 

In die Fülle deiner Aufgaben

und in die Leere Deiner Geschäftigkeit,

in die Vielzahl deiner Fähigkeiten

und in die Grenzen deiner Begabung

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.

 

In das Gelingen deiner Gespräche

und in die Langeweile deines Betens,

in die Freude deines Erfolges

und in den Schmerz deines Versagens

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.

 

In die Enge deines Alltags

und in die Weite deiner Träume,

in die Schwäche deines Verstandes

und in die Kräfte deines Herzens

lege ich meine Zusage:

Ich bin da.

Kyrie

Herr Jesus Christus, du sagst: Der Vater und ich sind eins!

Herr, erbarme dich unser…
Herr Jesus Christus, du sagst: Meine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun.

Christus, erbarme dich unser…

Herr Jesus Christus, du sagst: Ich sende euch einen Beistand, den Geist der Wahrheit.

Herr, erbarme dich unser…

Singt dem Herrn ein neues Lied

Singt dem Herrn ein neues Lied

Gloria: GL 409, 1 – 3 Singt dem Herrn ein neues Lied…

  • Singt dem Herrn ein neues Lied, / niemand soll’s euch wehren; / dass das Trauern ferne flieht, / singet Gott zu Ehren. / Preist den Herrn, der niemals ruht, / der auch heut noch Wunder tut, / seinen Ruhm zu mehren.
  • Täglich neu ist seine Gnad / über uns und allen. / Lasst sein Lob durch Wort und Tat / täglich neu erschallen. / Führt auch unser Weg durch Nacht, / bleibt doch seines Armes Macht / über unserm Wallen.
  • Hat er nicht zu aller Zeit / uns bisher getragen / und geführt durch allen Streit? / Sollten wir verzagen? / Seine Schar verlässt er nicht, / und in dieser Zuversicht / darf sie’s fröhlich wagen.

Gebet

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Herr, himmlischer Vater, du hast uns in Jesus Christus dein Wort und deinen Geist in unsere Welt gesandt, um so Geheimnis deines göttlichen Wesens offenbar werden zu lassen. Gib uns den Glauben, damit wir immer tiefer in das Geheimnis deiner Zuwendung eingeführt werden, um uns dadurch immer mehr zu dir zu bekennen als den, der dreifältige Liebe ist, in der Einheit mit Jesus Christus, deinem Sohn und im Heiligen Geist, heute und immer neu.

Amen.

 

Lesung aus dem Buch Exodus 34, 4b.5 – 6.8 – 9

Immer wieder ist das heilige Volk untreu geworden, weil es Gott nicht traute. Aber Gott suchte immer wieder seinen Weg zu ihm. Mose erfährt diese Nähe Gottes und bittet ihn, sie als barmherziger Gott weiter zu zeigen und dem Volk die Untreue zu verzeihen.

Mose war frühzeitig aufgestanden und ging auf den Sinai hinauf, wie es ihm der Herr aufgetragen hatte.
Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen Jahwe aus. Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue:
Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch mein Herrn unsere Mitte. Weil es ein hartnäckiges Volk ist, musst du unsere Schuld und Sünde vergeben und  uns dein Eigentum sein lassen!

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott.

Den Herren will ich loben

Den Herren will ich loben

Antwortgesang: GL 395, 1 + 2 Den Herren will ich loben…

 

  • Den Herren will ich loben, / es jauchzt in Gott mein Geist; / denn er hat mich erhoben, / dass man mich selig preist. / An mir und meinem Stamme / hat Großes er vollbracht, / und heilig ist sein Name, / gewaltig seine Macht.
  • Barmherzig ist er allen, / die ihn in Ehrfurcht nahn; / die Stolzen lässt er fallen, / die Schwachen nimmt er an. / Es werden satt aufstehen, / die arm und hungrig sind; / die Reichen müssen gehen, / ihr Gut verweht im Wind.

Lesung aus dem 2. Korintherbrief 13, 11 – 13

Paulus ermahnt die Gemeinde in Korinth,  der göttlichen Ordnung treu zu bleibe, um so frei und froh zu leben. Sie würden so Gottes Liebe und Frieden erfahren und sich einander als heilige Gemeinde erleben.

Schwestern und Brüder! 
Freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.
Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen.
Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! 

Wort des lebendigen Gottes… Dank sei Gott.

Evangelium nach Johannes (3, 16 – 18)

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat. 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus… Lob sei dir Christus.

 

Predigt von Pfarrer Wolfgang Acht

Wie schön wäre es, wenn Gott wie bei Mose auch an unserem Gesicht vorbeizöge und sich als der Barmherzige zeigte, gerade in diesen Tagen der Herausforderungen. Wie würden wir mit Mose sprechen wollen: „ …ziehe doch Herr in die Mitte deines Volkes „  selbst wenn es oft auch wie das Volk damals hartnäckig und störrisch sein kann. Ob die Bitte wohl Wirkung zeigen würde?

Dafür ist, wie Paulus schreibt die Grundhaltung nötig, zur göttlichen Ordnung zurückzukehren und  Umkehr zu wagen,  wie es Jesus von seinen Jüngern immer gefordert hat und auch von uns fordert. Wer das lebt, so schreibt Paulus, wird Freude und Friede finden und sie durch seine Haltung auch anderen ermöglichen. Gott selbst wird mit Christus und dem Heiligen Geist mit denen sein, die das leben!

Jesus weist  im Evangelium darauf hin das es Gott ist der die Welt und die Menschen liebt. Und weil er sie liebt, möchte er uns befähigen, diese geschenkte Liebe glaubwürdig und beherzt weiterzugeben. Wer das nachvollzieht wird bleibend aus Gottes Liebe leben und „ewiges“ Leben haben, also ein Leben, dass nachhaltige Kraft hat und uns dazu befähigt, nie aufzuhören, wie Gott für Welt und Mensch einzustehen.

Klingt alles irgendwie gut, aber löst das die Frage, wer Gott ist? Wie kann ich zu ihm finden? Das geschieht gleichsam auf einem dreifachen Weg! Den können wir finden und gehen, wenn wir uns an das Wort Jesu halten: „ Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ Dabei hören wir auch die Zusage, dass er uns einen Beistand gesandt hat, den Geist Gottes!

 Warum ein dreifacher Zugang, Dreifaltigkeit genannt? Das hat mit der Heiligen Schrift, mit Jesu Leben und Botschaft zu tun.

  • Jesus bekennt Gott als Vater (Abba – Väterchen) und sagt von ihm, dass er mit dem Vater eins sei und der Vater mit ihm!
  • Diese Beziehung zum Vater ist so eng das wir von Jesus als dem Sohn Gottes sprechen. Gott wurde Mensch und ist uns in Jesus Christus unmittelbar nahe gerückt. Er wurde in Jesus einer von und mit uns!
  • Zugleich spricht Jesus am Ende seines irdischen Lebens von dem Geist, der seine Botschaft mitträgt und uns als „Helfer“ beistehen will.

Es eröffnen sich gleichsam drei Erfahrungshorizonte, die uns zeigen das Gott in sich selbst Beziehung ist und lebt,

  • deshalb dürfen wir ihn wie Jesus Vater nennen und sprechen ihn im Gebet „Vater unser“ direkt an.
  • deshalb dürfen wir von Jesus als dem Sohn Gottes sprechen, weil er gleichsam das „Dia“ Gottes ist: In ihm scheint in allem Gott durch! So kann Jesus auf die Frage des Philippus, ob er ihnen den Vater nicht zeigen könne sagen: „Wer mich sieht, sieht den Vater“.
  • deshalb freuen wir uns über die Zusage Jesu, dass der Geist Gottes uns in alle Wahrheit einführt und uns stärkt. In der Taufe und Firmung haben wir den Geist zugesagt bekommen, und so dürfen wir sagen, dass unser Glaube ein erkennbares und lebendiges  Zeichen für seine Zuwendung ist.

Der große Gott ist der Eine, aber er macht sich kund in seiner väterlichen, mütterlichen,  geschwisterlichen und geistvollen Weise. Diese Vielfalt Gottes zeigt, dass Gott in sich Liebe ist - und diese an die Welt und den Menschen immer weiter schenkt!

 

Ich glaube Herr, dass du es bist

Ich glaube Herr, dass du es bist

Credo: GL 801 Ich glaube Herr, dass du es bist…

Ich glaube Herr, dass du es bist, / durch den wir sind und leben. / Ich glaube auch, dass Jesus Christ / für uns sich hingegeben. / Ich glaube an den Heilgen Geist, / der uns im Guten unterweist / und uns zum Heile führet.

Fürbitten

Herr, wir kommen zu dir, weil wir um dein Entgegenkommen wissen und dich in Jesus Christus als den treuen und zugewandten Gott erfahren. Deshalb bitten wir dich:

 

  • Schenke uns deinen belebenden Geist, damit wir ein weites Herz füreinander haben und für die Welt und die Menschen da sind. Gott, unser Vater…
  • Lass uns erkennen, dass du in dir selbst liebende Beziehung bist und diese Beziehung an uns weitergibst, damit wir so bleibend mit dir verbunden fühlen. Gott, unser Vater…
  • Sende uns den Geist der Versöhnung und des Friedens, damit wir alles tun, um aktiv für diesen ersehnten Frieden zu leben. Gott, unser Vater…
  • Bewahre uns die Fähigkeit zu lieben, damit wir in Einheit miteinander leben und unser Handeln danach ausrichten. Gott, unser Vater…
  • Schenke den Verstorbenen nun die Freude, jetzt endgültig in deiner Liebe geborgen zu sein. Gott, unser Vater…
  • Freie Fürbitten…

Vaterunser

Wir beten gemeinsam:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Schlussimpuls

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Was man alles mit Gott machen kann

 

Man kann Gott verantwortlich machen für Hunger und Elend.
Man kann Gott leugnen, weil er sich nicht sehen lässt
und Unglück nicht verhindert.

Man kann Gott mieten zu besonderen Anlässen.
Er dient der Feierlichkeit und fördert den Umsatz.

Man kann Gott nur für sich haben wollen und
anderen – besonders Andersdenkenden – Gott absprechen.

Man kann Gott für die eigene Macht gebrauchen,
indem man sagt, alle Autorität komme von Gott.
Man kann im Namen Gottes Kriege führen,
Menschen verdammen und töten
und sagen, das sei Gottes Wille.

Man kann mit dem Ruf „Gott will es!“
Angriffe als „Kreuzzüge“ tarnen
und auf Soldatenuniformen
„Gott mit uns“ schreiben.

Das alles aber ist gott – los.

Man kann mit Gott nichts „machen“,
weder ihn gebrauchen noch ausnutzen,
denn Gott ist Liebe,
und daran hat nur Anteil,
wer diese Liebe in sich selbst
groß werden lässt.

von Hubert Halbfas

Gebet

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Herr, wir durften erneut deine Nähe spüren. Wir hörten deine Zusage an Mose. Wir wurden uns neu bewusst, dass wir durch deinen Heiligen Geist zu einer heiligen Gemeinschaft berufen sind. Erhalte uns in diesem lebenspendenden Glauben, damit wir aus der Freude an Dich leben und diese Freude weitergeben an alle, die mit uns leben und uns begegnen.

Darum bitten wir Dich, durch deine geliebten Sohn, Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Segen

Gott, unser Vater, segne uns mit allem Segen des Himmels, damit wir heilig leben vor dir.

Lehre uns durch dein Wort der Wahrheit und präge unser Leben aus dem Wort Christi, deines Sohnes, damit wir Anteil an seiner Herrlichkeit haben.

Schenke uns die geschwisterliche Liebe, damit die Welt unsere Gemeinschaft mit Christus erkennen kann.

Das gewähre uns, der gute Gott, der Vater, mit dem Sohn, im Heiligen Geist.

Amen.

 

Nun danket alle Gott

Nun danket alle Gott

Schlusslied: GL 405, 1 – 3 Nun danket alle Gott…

 

  • Nun danket alle Gott / mit Herzen, Mund und Händen, / der große Dinge tut / an uns und allen Enden, / der uns von Mutterleib / und Kindesbeinen an / unzählig viel zu gut / bis hierher hat getan.
  • Der ewigreiche Gott / woll uns in unserm Leben / ein immer fröhlich Herz / und edlen Frieden geben / und uns in seiner Gnad / erhalten fort und fort / und uns aus aller Not / erlösen hier und dort.
  • Lob, Ehr und Preis sei Gott / dem Vater und dem Sohne / und Gott dem Heilgen Geist / im höchsten Himmelsthrone, / ihm, dem dreieinen Gott, / wie es im Anfang war / und ist und bleiben wird / so jetzt und immerdar.

 

Sendung

 

Geht und bringt den Frieden, den Gott Euch zugesagt hat.

 

Dank sei Gott.