Gründonnerstag

Wir stellen ein Kreuz auf und entzünden eine Kerze.

Gotteslob Nr. 392, 1, 3+4

Gotteslob Nr. 392, 1, 3+4

Zu Beginn singen oder beten wir gemeinsam Nr. 392, 1, 3+4 aus dem Gotteslob

Gebet

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Diese Feier wollen wir unter den Schutz des gütigen uns liebenden Gottes stellen und gemeinsam sprechen:

 

A Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

V         Herr Jesus Christus, du verschenkst dich immer wieder in Brot und

Wein.                                                  Herr, erbarme dich unser.

A         Herr, erbarme dich unser.

 

V         Du hast dich klein gemacht um uns und den deinen zu dienen.

                                                                       Christus, erbarme dich unser.

A         Christus, erbarme dich unser.

 

V         Du gibst uns ein Beispiel liebevoller Hingabe.         

Herr, erbarme dich unser.

A         Herr, erbarme dich unser.

Schriftlesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Kolossae (Kol 3,12-17):

Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. In aller Weisheit belehrt und ermahnt einander! Singt Gott Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder in Dankbarkeit in euren Herzen! Alles, was ihr in Wort oder Werk tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!

Wort des lebendigen Gottes.

A         Dank sei Gott

Schriftlesung aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

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A: Ehre sei dir, o Herr (dabei zeichnet sich jeder ein kleines Kreuz auf Stirn, Lippen und Brust)

Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt.  Jesus sagte zu ihm: Wer vom Bad kommt, ist ganz rein und braucht sich nur noch die Füße zu waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle. Er wusste nämlich, wer ihn ausliefern würde; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein. Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe.

            Evangelium unseres Herrn Jesus Christus

A: Lob sei dir, Christus.

Predigt von Pfarrer Wolfgang Acht

Verlangt der Mann nicht zu viel von seinen Freunden, also auch von uns?

Mutet er uns nicht zu viel zu, wenn er als erwarteter Messias und Herr sich zum Sklaven macht?  Er legt sein Gewand ab, d. h. doch wohl, er entblößt sich! Diese Bloßstellung wird nicht lange danach in einer nicht zu überbietenden Brutalität sogar von ihm abverlangt. Ob seine Freunde begriffen haben, was da geschah? Sie, so heißt es, flohen.

Warum fliehen wir eigentlich nicht vor einem, der so ganz anders lebt und wirkt, als wir das tun. Wir haben von Lebensqualität eine andere Meinung. Wir sind hier zu etwas gekommen, was herausfordernd ist. Er will uns quasi auch die Füße waschen, also uns bereiten für das, was wir am Ende dann empfangen dürfen – ihn selbst in Brot und Wein. Damit uns das nicht zu selbstverständlich wird, sondern uns neu aufhorchen und ins Bewusstsein heben will, bittet er auch uns, sich mit dieser Geste auseinander zu setzen, damit wir uns klar werden, wozu er uns bereiten will. Er will, dass wir dienen und das das unsere Grundhaltung sein soll.

Der von uns Geschätzte wird zum Kleinsten, damit wir es wagen klein zu sein und zu werden und darin die eigentliche Größe menschlichen Lebens zu entdecken. Denn alle andere Größe wie es Jesus damals den Jüngern sagte, führt eigentlich in das voneinander Absetzen, die Eitelkeit, den Größenwahn. Wer will schon dienen, also grundsätzlich zugänglich und entgegenkommend sein?

Wir sollten Jesus für seine Provokation, ein Sklave für uns sein zu wollen, danken! Eigentlich ist es erstaunlich, dass wir das immer wieder brauchen. Wir haben doch das ganze Jahr in den Evangelien und Lesungen gehört, wie und was er will. Doch wir tun uns schwer mit den Konsequenzen, weil wir eine unglaubliche Verlustangst haben. Warum eigentlich?

Petrus reagiert wie wir. Er will nicht dass der Große seine Rolle aufgibt, schon gar nicht zum Sklaven wird. Gibt es denn nicht Schlimmeres als abhängig zu sein? Er will sich verweigern, oder er will dann auch alles, also eine Ganzwaschung. Doch den Kopf gewaschen zu bekommen, wird hier verweigert, weil es gerade darum geht, die Dinge erst einmal auf den Kopf zu stellen, um nachdenklich zu machen.

Ja er stellt wahrhaftig alles auf den Kopf!

  • der Arme ist der Reiche vor Gott
  • der Kranke ist nicht von Gott gestraft, er bringt die Gottesnähe anders zum Ausdruck.
  • der Sünder ist nicht zuerst Sünder, sondern ein Mensch, der schmerzhaft seine Beziehung zu sich, zum Mitmenschen und zu Gott verloren hat
  • der Tote, so sagt er es den Eltern der toten Tochter des Jairus, oder über Lazarus, schläft nur.

Wenn Du ein anderes Lebenskonzept propagierst und durchsetzen willst, so bekommst Du von Jesus provokativ wie Petrus gesagt, du hättest dann mit ihm keine Gemeinschaft. Nur wenn wir uns auf diesen Weg einlassen, ums innerlich in den Dienst nehmen lassen, dann bewältigen wird am Ende doch die Angst um uns selbst. Dann haben wir die Offenheit und Bereitschaft, auch den Anderen, besonders den Notleidenden, in den Blick zu nehmen. Deshalb ist Jesus zum Gott mit uns geworden und bleibt das bis heute.

 

 

Fragen wir uns bitte ernsthaft: Wollen wir lebendig eins sein mit Jesus? Wollen wir es zulassen, dass er alles von uns weiß, besser als wir selbst von uns?

Dann sollten wir uns nicht zu wehren, wenn Jesus sich im Namen Gottes so herunter beugt. Dann ist es sogar ein Segen, dass er bis in unser Inneres schaut und sagt, Du bist mir dennoch alles, auch wenn ich um Deine Grenzen weiß. Ich mache mich gerne klein für Dich, weil Gott es mir so aufgetragen hat.

Das geht auf jeden Fall und ohne Risiko, wenn wir den Schritt wagen, zu Vereinigung mit ihm. Lassen wir es auch jetzt neu zu, dass er uns so nahe tritt und damit wir neu einen Geschmack an seiner Lebensart gewinnen. Lassen wir uns doch einfach ohne Vorbehalt lieben.

Fürbitten

V         Guter Gott, wir danken dir für N. (und N.), der (die) heute die Feier des letzten Abendmahles vollzieht (vollziehen). Du hast ihn (sie) bis zu diesem Tag geführt. Wir bitten dich: Segne N. (und N.) und lass ihn (sie) selbst ein Segen sein für seine (ihre) Nächsten. Lass ihn (sie) wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Sei ihm (ihr) nahe auf den Wegen seines (ihres) Lebens und führe ihn (sie) in dein Reich durch Christus, unseren Herrn.

A         Amen.

 

FÜRBITTEN:

 

Herr, wir sind dankbar, dass Du unser Leben mit uns teilst, dass Du mit uns Mahl hältst und uns zu einem Leib zusammenfügst. Wir bitten dich:

  • Lass uns das Mahl mit Dir immer wieder feiern, damit wir fähig werden, miteinander das Leben zu teilen. Christus, höre uns

 A: Christus, erhöre uns

 

  • Bewahre uns davor, im Streit miteinander zu brechen und befähige uns zur Versöhnung und zum Frieden. Christus, höre uns

 

  • Hilf uns, einander in Zuneigung und Ehrfurcht zu begegnen, damit wir in jedem die liebenswürdige Seite entdecken. Christus, höre uns

 

  • Gib uns den Mut, die Einheit der Kirchen zu suchen, damit wir ein Zeugnis des Glaubens in dieser Welt geben. Christus, höre uns

 

  • Mache uns bereit, uns offen zum Glauben und zu dir zu bekennen, damit deine Botschaft in unserer Gesellschaft neu gehört und erlebt werden kann. Christus, höre uns

 

  • Erfülle alle jungen Menschen, die bald zum ersten Mal kommunizieren mit der Freude an dir und an der Gemeinschaft mit den Glaubenden. Christus, höre uns

 

Heiliger und alle Menschen liebender Gott, dein Sohn Jesus Christus weist uns den Weg zum wahren Leben. Wir danken dir für deine Liebe und preisen dich, jetzt und in Ewigkeit.                     A: Amen.

 

Diese formulierten Bitten, aber auch alle Bitten, die wir in unseren Herzen tragen, können wir in dem Gebet zusammenfassen, das Herr selbst uns zu beten gelehrt hat:

Segen

Und so segne uns und alle, die wir in unseren Herzen tragen mit unendlicher Liebe, der gütige und alle Menschen liebende Gott. Der Vater + der Sohn und der Heilige Geist.

A: Amen.

Gelobt sei Jesus Christus

A: In Ewigkeit. Amen.

Nun blasen wir bewusst die Kerzen aus und legen ein Tuch über das Kreuz. Anschließend singen wir aus dem Gotteslob Nr. 422

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr

Vaterunser

Nun wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen, das der Herr selbst uns zu beten gelehrt hat:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.