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16. Sonntag im Jahr 2020

Singt dem Herrn ein neues Lied

Singt dem Herrn ein neues Lied

Lied zu Beginn GL 409, 1 + 2 Singt dem Herrn ein neues Lied…

Singt des Herrn ein neues Lied, / niemand soll’s euch wehren, / dass das Trauern ferne flieht, / singet Gott zu Ehren. / Preist den Herrn, der niemals ruht, / der auch heut noch Wunder tut, / seinem Ruhm zu mehren.

Täglich neu ist seine Gnad / über uns und allen. / Lasst ein Lob durch Wort und Tat / täglich neu erschallen. / Führt auch unser Weg durch Nacht, / bleibt doch seines Armes Macht / über uns und allen.

Wir sprechen gemeinsam:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Hinführung

Von der Gerechtigkeit und Gnade Gottes, die wir wahrnehmen können, wenn wir aufmerksam auf ihn hören, ist die Rede.

Vom Gebet, das vom Heiligen Geist selbst vor Gott getragen wird, ist die Rede.

Von der Saat, die selbst dann aufgehen kann, wenn sie vom „Unkraut“ bedroht wird, wird uns im Gleichnis Jesu erzählt.

Unser Gebet und Leben sind also in Gott aufgehoben.

Deshalb ist ein Gebet vor Gott nie umsonst und es verändert unsere Grundhaltung.

Ein kurzer Text von Albert Schweitzer weist darauf hin.

 

Gebet

In einem Satz:

Gebete ändern nicht die Welt,
aber beten ändert Menschen
und Menschen ändern die Welt

Kyrie

Kyrie

Kyrie GL 163, 1

Herr Jesus, Sohn des lebendigen Gottes. Kyrie eleison

Du Mittler des Neuen Bundes. Kyrie eleison

Herr Christus, du hast für uns getragen Kreuz und Leiden. Christe eleison

Du bist für uns auferstanden von den Toten. Christe eleison

Herr Jesus, du Herr deiner Kirche. Kyrie eleison

Du Hoffnung der ganzen Erde. Kyrie eleison

Dich König loben wir

Dich König loben wir

Gloria GL 776, 1 + 2 Dich König loben wir…

Dich König loben wir, / dich ehrn wir für und für. / Dir o Jesu wolln wir geben / Ruhm, Preis, Dank und Herrlichkeit / hier durch unser ganzes Leben / und danach in Ewigkeit.

Du thronst dem Vater gleich / und hältst mit ihm das Reich. / Alles ist dir übergeben / von dem lieben Vater dein, / du wirst über Tod und Leben / der alleinge Richter sein.

Gebet

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Herr unser Gott, siehe mit deiner Gnade auf alle, die du in deinen Dienst berufen hast. Mach uns, die Berufenen, stark im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit wir aus Dein Wort, das uns in der Heiligen Schrift gesagt wird, in Dankbarkeit und Freude umsetzen, zum Wohl er Menschen. Darum bitten wir Dich durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung aus dem Buch der Weisheit 12, 13.16 – 19

Gott braucht nicht den Nachweis seiner Gerechtigkeit und Liebe. Wir sollten wahrnehmen, wie wir aus dieser Gerechtigkeit und Liebe schon immer leben durften und selbst Gerechtigkeit üben und Liebe leben.

 

Denn es gibt keinen Gott, Herr, außer dir, der für alles Sorge trägt; daher brauchst du nicht zu beweisen, dass du gerecht geurteilt hast.

Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit und deine Herrschaft über alles lässt dich gegen alles Nachsicht üben. Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit und deine Herrschaft über alles lässt dich alles schonen. Stärke beweist du, wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt, und bei denen, die sie kennen, strafst du die anmaßende Auflehnung.

Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde und behandelst uns mit großer Schonung; denn die Macht steht dir zur Verfügung, wann immer du willst.  Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss, und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt, dass du den Sündern die Umkehr gewährst.

 

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott.

Was Gott tut, das ist wohlgetan

Was Gott tut, das ist wohlgetan

Antwortgesang GL 416, 1 + 2 Was Gott tut, das ist wohlgetan… 

Was Gott tut, das ist wohlgetan, / es bleibt gerecht sein Wille / wie er fängt seine Sachen an, / will ich ihm halten stille. / Er ist mein Gott, der in der Not / mich wohl weiß zu erhalten, / drum lass ich ihn nur walten.

Was Gott tut, das ist wohlgetan, / es wird mich nichts betrügen. / Er führet mich auf rechter Bahn, / so lass ich‘s mir genügen / an seiner Huld und hab Geduld; / er wird mein Unglück wenden, / es steht in seinen Händen.

Lesung aus dem Römerbrief 8, 26 – 27

Es lässt uns ruhig werden wenn wir darum wissen, dass auch unsere manchmal hilflosen Gebete durch den Geist selbst neu und anteilnehmend vor Gott getragen werden.

 

Schwestern und Brüder!

Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen.

Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.

 

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott.

Halleluja

Halleluja

Halleluja

Halleluja-Vers.

Sei gepriesen, Vater, Herr des  Himmels und der Erde, du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.

Halleluja

Evangelium nach Matthäus 13, 24 – 30

Jesus erzählte der Menge folgendes Gleichnis:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Menschen schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.

Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?

Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte und zur rechten Zeit werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus…Lob sei Dir Christus.

Predigt von Pfarrer Wolfgang Acht

Wieder spricht Jesus von der Saat Gottes! Aber er verwirrt damit, dass er zulässt, dass sie in Freiheit Raum haben soll, wachsen zu dürfen. „Lasst beides wachsen“, Saat und Unkraut! Ist das nicht unvernünftig? Da sträubt sich unser Inneres. Wo bleibt da die Klarheit, wenn beides möglich ist?

Muss nicht die Saat Gottes geschützt werden? Kann man riskieren, dass sie sich unter uns nicht entfaltet?  Aber es geht nicht um irgendeinen Acker. Es geht um uns, die wir als Acker gesehen werden, in den die Saat eingesät wurde. Wir aber sind durchaus nicht perfekt. Wir können beides, gut sein und schlecht sein. Soll nun das Schlechte mit Gewalt ausgetrieben und ausgerissen werden? Wo blieben wir dann am Ende?

Wir müssen uns eingestehen, dass wir zwei Seiten haben, eine annehmbare, aber auch eine Schattenseite. Letztere zeigt viel Ungereimtes, auch Sünde, und schließlich die Gottvergessenheit. Scheinbar geht das doch zusammen, wie man sieht, -  was aber nicht unbedingt von Vorteil ist.

Ist es dann nicht besser, das Unkraut, die Schattenseite auszumerzen?  Man kann die Knechte  verstehen, aber sie sind am Ende doch diejenigen, welche mit harten Mitteln, sogar mit Gewalt, andere zurechtweisen wollen. Sie fühlen sich sogar gut dabei, weil sie meinen, damit vieles zu verhindern, nämlich das was den Menschen nicht weiterführen kann. Förderung schlägt hier in Forderung und Selbstgerechtigkeit um. Solche Moralapostel weist Jesus zurück, weil sich unter Zwang nichts Gutes entfalten kann. Was aber gut ist, davon ist Jesus überzeugt, kann sich durchsetzen. Dazu braucht es Nachsicht, Einfühlungsvermögen und Geduld mit den Mitmenschen und ebenso mit sich selbst!

Gott weiß, wie oft ich schon gescheitert bin. Er möchte mir aber seine Zuwendung geben, die mich weiterführt und das Gute in mir fördert. Das ist für ihn die Grundlage seiner „erzieherischen“ Begleitung. Er bietet uns die Möglichkeit zur Umkehr und zum Neuanfang immer wieder an, sonst wären wir längst in der Falle der Unwürdigkeit. Damit wurden früher die Menschen fast gequält und es führte dazu, dass mit dem Wort „Gott“  direkt die Strafandrohung verbunden war. 

Schauen wir auch auf die Natur. Da sind wir, so glauben wir, weiter gekommen. Wir haben durch aktive Bearbeitung erreicht, dass die Erträge größer werden. Doch dieser Gewinn ist trügerisch, diese Perfektion hat nur dazu geführt, dass uns viel verloren gegangen ist: Kornblumen, Margeriten,  Mohn, Butterblumen, schöne Silberdisteln und vieles andere. Ausgemerzt sind auch Raupen und damit Schmetterlinge; Bienen, die keinen Nektar mehr finden; Vögel, die ihre Brut nicht mehr nähren können, weil es kaum noch Insekten gibt. Wo ist die Feldlerche, wo sind die Singvögel und Schwalben  geblieben? Wir haben scheinbar mehr, leiden aber an Verlusten, die nachhaltig wirken. Wir haben der Natur die eigene Dynamik und Kreativität genommen!

Das soll nicht einfach genannt werden nach dem Motto „zurück zur Natur“; aber  durch das Gleichnis wird auch diese Seite angesprochen. Wenn wir mit anderen Menschen und mit uns selbst auch so rigoros verfahren wie mit der Umwelt, wo bleibt dann in unserer Lebensentwicklung die Vielfalt, der neue Versuch, die Umkehrmöglichkeit?

Das Wort Jesu, „lasst beides wachsen“  kann hier ein Weckruf sein für unser Handeln im Umgang mit der Natur und mit uns selbst. Sind nicht am Ende der Perfekte, der absolut Gradlinige, der Moralist eher „Langweiler“?

Es geht nicht darum nur die Fehler wahrzunehmen, sondern darum die Charismen und Wandlungsfähigkeiten zu sehen. Wir sind nicht nur schlecht, sprich „Unkraut“. Wir sind in Gottes Sicht auch fruchtbar, kreativ, sympathisch und angenehm. Jedenfalls dürfte er die Freude an uns nicht verloren haben.

Aber wo bleibt der mahnende Schluss, dass am Ende die Spreu vom Weizen getrennt wird und die Spreu im Feuer landet? Das sollte nicht einfach ignoriert werden, denn Jesus will uns damit sagen, dass es unbedingt unser Wille bleiben soll, unsere von Gott geschenkte Gnade des Lebens und der Güte nicht einfach zu verspielen. Das bedeutet auch, dass die rigorosen Knechte, die Perfektionisten bei Gott keine gute Chance haben, besonders dann nicht, wenn ihr Perfektionismus alle wirklich guten Keime erstickt.

Bleiben wir also gelassen, dabei aber aufmerksam auf die Umwelt, die Mitmenschen und uns selbst, damit sich die Saat Gottes in allem entfalten kann!

Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott

Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott

Credo GL 808 Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott…

 

Kehrvers: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott. /

An Gott, den guten Vater: / aus seiner Hand die Welt / und auch die Menschen alle, / die Stern am Himmelszelt. Kehrvers.

An Jesus, Gottes Sohn: / der kam in unsre Welt, / erlöst die Menschen alle, / für uns ans Kreuz gestellt. Kehrvers.

An Gott, den Heilgen Geist: / der die zerissne Welt / und auch uns Menschen alle / mit Gott zusammen hält. Kehrvers.

Fürbitten

Zu unserem Herrn Jesus Christus, der uns einlädt mit ihm zu sein, wollen wir vertrauensvoll beten:

 

  • Für alle kirchlichen Amtsträger und kirchliche Mitarbeiter. Lass sie nach der momentanen Krise die neuen Formen, die sich in den letzten Wochen als geeignet erwiesen, zum Neuanfang nach der Krise nutzen. Christus, höre uns…Christus, erhöre uns.
  • Für alle, die sich in den Gemeinden um ein Miteinander kümmern und vor allem die Schwachen und Kranken in den Blick nehmen. Bewahre ihnen die Kraft und den langen Atem, den dieser Dienst erfordert. Christus, höre uns…Christus, erhöre uns.
  • Für die politisch Verantwortlichen, die immer wieder neu durch die Corona-Pandemie gefordert werden. Lass sie für die nötigen Entscheidungen Verständnis bei der Bevölkerung finden und vor Widerständen und Angriffen bewahrt bleiben. Christus, höre uns…Christus, erhöre uns.
  • Für die junge Generation, die zurzeit unter schwierigen Bedingungen des Schul- und Studienalltags leben muss. Lass sie viel Verständnis haben und die nötige Unterstützung finden. Christus, höre uns…Christus, erhöre uns.
  • Für die Verstorbenen. Schenke ihnen jetzt die Erfüllung deiner Verheißung zur Auferstehung und eine bleibende Beheimatung bei Dir. Christus, höre uns…Christus erhöre uns.
  • Weitere persönliche Bitten…

 

Wir beten gemeinsam: Vater unser

Vaterunser

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Schlussimpuls

Kurzes Gebet

Gibt es ein ganz großes Gebet,

das ganz knapp ist?

Ein Gebet in nur einem Wort?

Veni – komm!

Es ist ein Urgebet.

Das Urgebet um den Geist.

 

 

Gebet

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Barmherziger Gott, du sagst uns zu, dass keine Gebet umsonst ist, weil unsere Gebet im Geist gesprochen und von ihm vor dich gebracht wird. Lass uns vor allem um deinen Geist beten, den du uns in Christus zugesagt hast, damit wir aus diesem Geist auch leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Segen

Der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, bewahre unsere Herzen und Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus.

So segne uns der allmächtige und zugewandte Gott: Der Vater, durch den Sohn, im Heiligen Geist. Amen.

 

Sendung

Geht, denn ihr seid „Gesandte an Christi statt!“

Dank sei Gott dem Herrn.

Im Frieden dein

Im Frieden dein

Schlusslied GL 216, 1 – 3 Im Frieden dein…

Im Frieden dein, o Herre mein, / lass zieh mich meine Straßen. / Wie mir dein Mund gegeben kund, / schenkst Gnad du ohne Maßen, / hast mein Gesicht das selge Licht, / den Heiland schauen lassen.

Mir armen Gast bereitet hast / das reiche Mahl der Gnaden. / Das Lebensbrot stillt Hungers Not, / heilt meiner Seele Schaden. / ob solchem Gut jauchzt Sinn und Mut / mit alln, die du geladen.

O Herr, verleih, dass Lieb und Treu / in dir uns all verbinden, / dass Hand und Mund zu jeder Stund / dein Freundlichkeit verkünden, / bis nach der Zeit den Platz bereit / an deinem Tisch wir finden.

 

Singet Lob und Preis… Dank sei Gott dem Herrn.