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4. Sonntag der Osterzeit 2020

Freu dich erlöste Christenheit

Freu dich erlöste Christenheit

Gotteslob 327, 1 – 3  - Freu dich erlöste Christenheit

Freu dich erlöste Christenheit. Freu dich und singe, der Heiland ist erstanden heut, Halleluja. Sing fröhlich Halleluja.

Drei Tage nur hielt ihn das Grab, freu dich und singe! Er warf des Todes Fesseln ab. Halleluja! Sing fröhlich: Halleluja!

Hinführung

Weiterhin erleben wir Kirche als Hausgemeinschaft.

Weiterhin sind wir herausgefordert, uns neu als Leib Christi zu erfahren, auch ohne Eucharistiefeier.

Weiterhin halten wir uns an Jesu Wort: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18, 20).

Der Traum vom Heil

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Wir träumen von der besseren Welt.

Wir träumen von einem,

der uns die Hand hält,

der uns zuhört und versteht,

der uns liebevoll berührt,

der uns umarmt,

der einfach da ist.

Wir träumen von dem,

den schon Josef erträumte

und der dann von Gott

zu uns gesandt wurde.

Er erfüllte den Traum vom Leben,

denn er selbst war das Leben.

Er ist auch heute mitten unter uns.

 

Wolfgang Acht

Kyrie beten

  • Herr, erbarme dich unser….
  • Christus, erbarme dich unser…
  • Herr, erbarme dich unser…

Gloria

Gloria GL 167 Dir Gott im Himmel…

 

Dir Gott im Himmel Preis und Ehr, den Menschen Fried auf Erden. Allmächt‘ger Vater, König, Herr, du sollst verherrlicht werden. Herr Christ, Lamm Gottes erbarme dich, du bist der Höchste ewiglich im Reich des Vaters. Amen.

 

Gebet

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Gott, Du hast uns Jesus Christus, Deinen Sohn gesandt, damit er uns zusammenführt als deine Herde. Er wird uns immer wieder in seiner Behutsamkeit und seiner Weise des Zugehens zum guten Hirten. Geleite uns durch ihn weiter in dieser Zeit der Herausforderungen, damit wir die Kraft der Hoffnung bewahren und einander zu Hirten werden. Darum bitten wir Dich, durch Christus, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte (14a.36 – 41)

Petrus tritt hier als überzeugter Mensch auf. Ihn hat die Auferstehung Jesu völlig verwandelt. Mutig verkündet er die neue Botschaft, obwohl er doch auch selbst um sein Leben fürchten muss. Er ruft zum neuen Denken und zur Umkehr auf. Das ist und bleibt eine aktuelle Botschaft.

 

Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Mit Gewissheit erkenne das ganze Haus Israel: Gott hat ihn zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.

Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz, und sie sagten zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen. Denn euch und euren Kindern gilt die Verheißung und all denen in der Ferne, die der Herr, unser Gott, herbeirufen wird.

Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation! Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag wurden (ihrer Gemeinschaft) etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

 

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott

Mein Hirt ist Gott der Herr

Mein Hirt ist Gott der Herr

Antwortgesang GL 421, 1 + 2 Mein Hirt ist Gott der Herr…

Mein Hirt ist Gott, der Herr, er will mich immer weiden, darum ich nimmermehr kann Not und Mangel leiden. Er wird auf grüner Au, so wie ich ihm vertrau, mir

Rast und Nahrung geben und wird mich immerdar an Wassern still und klar erfrischen und beleben.

Er wird die Seele mein mit seiner Kraft erquicken, wird durch den Namen sein auf rechte Bahn mich schicken; und wenn aus blinder Wahl ich auch im finstern Tal weitab mich sollt verlieren, so fürcht ich dennoch nichts; ich weiß mit Zuversicht: du, Herr, du wirst mich führen.

Lesung aus dem 1 Petrusbrief (2, 20b - 25 )

Dieser erst spät entstandene Brief, den man Petrus zuordnet, um ihm entsprechende Autorität zu verleihen, sagt deutlich, was durch Jesu Leiden, Sterben und Tod an Verwandlung an uns geschehen ist. Wir sind Geheilte und dürfen uns dessen, trotz eigenen Grenzerfahrungen, dankbar bewusst werden.

 

Geliebte! Wenn ihr aber recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes. Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt.

Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war kein trügerisches Wort. Er wurde geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber seid ihr heimgekehrt zum Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott

Hallelujaruf: Kehrvers von Lied GL 326

So spricht der Herr. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich.

 

 

Evangelium nach Johannes 10, 1 – 10

Das Bild des guten Hirten ist selbst für uns, die wir kaum noch Hirten sehen, ein durchaus verständliches Bild. Wir verbinden es, so wie es das Evangelium zeigt, mit Schutz, Anteilnahme, Wegweisung und Geborgenheit. Das Bild eignet sich für Christus, dem guten Hirten.

 

Jesus sprach zu den Jüngern: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus…Lob sei Dir, Christus.

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Predigt von Pfarrer Wolfgang Acht

Verblüffend in der Apostelgeschichte einen Petrus zu erleben, der sein Versagen und seine Angst im Zusammenhang mit der Passion hinter sich gelassen hat und eine „feurige“ Ansprache hält. Das Erlebnis vorher in ihrem Zusammensein, die Geistsendung, hat alles in ihm verändert und sein wahres leidenschaftliches Charisma neu belebt. Das hatte ihn bis zur Passion eigentlich geprägt, ist aber dann der Angst um sich selbst gewichen. Hier ist nicht Angst, sondern Überzeugung zu spüren. Er begreift jetzt erst mit den Brüdern, dass nicht ihr Pläne vom Reich Gottes gelten, sondern die von Gott selbst, wie er es in Jesus so überzeugend bis zum Tod gezeigt hat. Der Tod ist kein Schrecken mehr, der Tod ist keine Schrecken, keine Scheidewand mehr, sondern  die Fortsetzung dessen, wozu wir durch Gott berufen sind, zum Prozess einer Vollendung. Nun motiviert Petrus die erstaunten Zuhörer, es wie er zu tun, zu erkennen, dass die Umkehr angesagt ist, die Umkehr zum Leben mit Christus, dem Auferstandenen. Möchten wir nicht vielleicht auch neu dazugehören? Dazu bedarf es der Bereitschaft, sich der Beziehung, die Gott in Jesus Christus so deutlich gemacht hat, neu bewusst zu werden. Gott knüpft diese Beziehung, wir müssen uns dafür nur öffnen. Was das bedeuten kann, zeigt Petrus und die ersten Christen.

 

Das wird nochmal im 1. Petrusbrief betont. Dort wir uns klar gemacht, dass Gott so weit geht, seine Solidarität bis in den Tod zu leben, d. h. bereit zu sein, selbst Ablehnung, Verfolgung, Qual und Tod auf sich zu nehmen, um seine unbedingte Liebe zu uns zu zeigen. Wir sind, wie es dort zu Recht heißt, durch „seine Wunden geheilt!! Eine unglaubliche Aussage, die für wirklich Liebende keine außergewöhnliche Erfahrung ist. Denn die geben alles, wenn sie wirklich lieben!

 

Aber ist das denn wirklich wahr? Zeigen nicht die momentanen Ängste, dass wir Angst haben, Gott könnte uns vergessen haben? Wie kann er uns vergessen, wenn er so weit geht, wie es eben gesagt wurde? Vielleicht hilft uns da das leidenschaftliche Wort des Paulus, der uns sagt, dass uns nichts trennen kann von der Liebe, die Gott in Christus geschenkt hat, auch nicht Angst noch Tod.

 

Das Gleichnis Jesu vom guten Hirten im Evangelium könnte einen Zugang ermöglichen, sagt es doch aus, was Jesus im Namen Gottes für uns sein und bleiben will: Ein Guter Hirt, ein Türöffner, einer der die Seinen kennt. Es steht also Zuwendung im Mittelpunkt dieses Bildes. Man muss nicht erst etwas bringen, sondern Jesus will behüten, in seine Nähe rufen, verschlossene Türen öffnen, damit wir aus unseren Ängsten heraustreten. Wer sich auf diese Beziehung einlässt, so sagt es Jesus mit dem Bild, der wird gerettet werden.

Wodurch wird er gerettet? Er wird gerettet, wenn er begreift, dass Gott keinen alleine lässt, dass er an jedem Leben interessiert ist, dass gerade in der momentanen Krise uns deutlich werden soll, dass wir aufgehoben bleiben, selbst wenn wir von uns aus denken, wir seien allein gelassen. Diese Botschaft ist besonders zurzeit wichtig, wo sich doch so viele allein gelassen fühlen oder gar einsam sterben müssen. Denen soll im Glauben deutlich werden, dass  Gott sie durch Jesus, den guten Hirten im Blick hat.

Wie können wir das wahrnehmen?

  • Wir sollten neu auf seine Stimme, seine Worte hören, die uns durch die Evangelien hörbar werden! Wir nennen sie Gotteswort, weil sie gottgegeben sind.
  • Gerade in den Erfahrungen von Anonymität und Einsamkeit ist es wichtig zu wissen, der er uns kennt, d. h. liebt! Er nimmt uns an die Hand, nicht um etwas gegen uns in der Hand zu haben, sondern uns zu begleiten oder sogar zu tragen!
  • Gibt er sich nicht bei der Eucharistiefeier sogar in unsere Hand. Auf diese großartige Geste müssen wir zurzeit verzichten, aber eben nicht darauf, dass wir uns in seine Hand und seinen Arm fallen lassen können.
  • Wer aber, wie es Petrus und die Brüder erfuhren erkannt hat, dass er in Liebe erkannt worden ist, der wird alles tun, diesem Zugewandten und Weggefährten zu folgen.

 

Wir dürfen also wahrnehmen, wie sehr er sich an uns bindet:

  • Wir werden niemals zugrunde gehen!
  • Keiner kann uns der Hand dieses Erlösers entreißen.

Hören wir immer wieder auf diese Zusage und prägen wir sie wie ein Siegel in unser Herz ein. Das macht angstfrei, dass lässt hoffen, dass macht stark in der Liebe.

Danken wir, dass wir Gottes geliebte Kinde sind und behütet werden durch Jesus Christus, den einen Hirten.

Credo GL 808 Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott

Kehrvers: Wir glauben an den großen, dreieinigen Gott.

An Gott den guten Vater: aus seiner Hand die Welt und auch die Menschen alle, die Stern an Himmelszelt. Kehrvers:

An Jesus, Gottes Sohn: der kam in unsere Welt, erlöst die Menschen alle, für uns ans Kreuz gestellt. ..

An Gott, den Heilgen Geist: der die zerrissne Welt und auch uns Menschen alle mit Gott zusammen hält. ..

Fürbitten

Zu Jesus, dem guten Hirten bitten wir:

  • Für alle, denen Verantwortung übertragen wurde, die in leitenden Positionen arbeiten und von denen viel abhängt. Schenke ihnen gerade in dieser Zeit viel Geduld und Augenmaß. Christus, höre uns….
  • Für alle, die unter ihren Vorgesetzten leiden, für alle, die Unrecht ertragen müssen oder mundtot gemacht wurden. Lass sie Helfer und Unterstützer finden, die ihnen zu ihrem Recht verhelfen. Christus, höre uns….
  • Für alle, die mit großem Engagement für andere da sind und dazu beitragen, dass sich gerade in der jetzigen Krise niemand allein gelassen fühlen muss. Schenke ihnen die nötige Kraft und einen langen Atem. Christus, höre uns…
  • Für alle, die in Not- und Katastrophengebieten oder in den Flüchtlingslagern als Helfer tätig sind. Lass sie weltweit Unterstützung finden. Christus, höre uns…
  • Für alle, die in Armut leben, die entwurzelt sind, die unter menschenverachtender Gewalt leben müssen. Lass sie auf Menschen treffen, die sich für sie einsetzen und ihnen annehmbare Lebensbedingungen ermöglichen. Christus, höre uns…
  • Für die Verstorbenen, besonders jene, die durch das Virus befallen waren, schenke ihnen jetzt die Erfüllung und Vollendung. Christus, höre uns…
  • …..

Vaterunser

Nun wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen, das der Herr selbst uns zu beten gelehrt hat:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Schlussimpuls

Schlussimpuls  von Wilhelm Bruners
Friedensfürst

Als er sich von seinen Freunden verabschiedete
hängte er ihnen keine Orden an die Brust,
stufte er sie keine Gehaltsgruppe höher,
beförderte er sie nicht auf den oberen Posten,
verlieh er ihnen keine Titel.
Als er sich von seinen Freunden verabschiedete,
gab er ihnen seinen langen Atem.

 

 

Heute aufstehen,

neues Leben ermöglichen

zwischen mir und dir.

 

von Max Feigenwinter

 

 

Gebet und Segen

Der Gott des Lichtes und des Lebens strahle leuchtend auf über uns.

Er lasse uns spüren das Feuer der Liebe

und wärme unsere Herzen mit seiner Liebensglut,

damit wir erkennen seine Güte und seine Barmherzigkeit,

die überreich sind für jede und jeden von uns.

Er lasse uns aufstehen, wenn Leid unser Leben lähmt

und lasse uns seinen Stimme hören, wenn er ruft:

Ich will, dass du lebst!

Das gewähre uns Gott, der für uns Licht ist am Tag und in der Nacht,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

(Herbert Jung)

Schlusslied: Maria breit den Mantel aus

Schlusslied: Maria breit den Mantel aus

  • Maria breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus; lass uns darunter sicher stehn, bis alle Stürm vorübergehn. Patronin voller Güte, uns alle Zeit behüte.
  • Dein Mantel ist sehr weit und breit, er deckt die ganze Christenheit, er deckt die weite, breite Welt, ist aller Zuflucht und Gezelt. Patronin voller Güte, uns allezeit behüte.
  • Maria, hilf der Christenheit, zeig deine Hilfe uns allezeit; mit deiner Gnade bei uns bleib, bewahre uns an Seel und Leib! Patronin voller Güte, uns allezeit behüte

 

Gelobt sei Jesus Christus, in Ewigkeit. Amen.