2. Sonntag der Osterzeit 2020 - Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit

Christ ist erstanden

Christ ist erstanden

Gotteslobvideo (GL 318): Christ ist erstanden

 

Christ ist erstanden, von der Marter alle. Des solln wir alle froh sein; Christ soll unser Trost sein. Kyrieleis. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen. Seit dass er erstanden ist, so freut sich alles, was da ist. Kyrieleis. Halleluja, Halleluja, Halleluja. Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

 

Sprechen wir gemeinsam.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Hinführung

Aktueller kann der Sonntag „Der göttlichen Barmherzigkeit“ kaum sein, den Papst Johannes-Paul II. eingeführt hat.

Der Schrei nach Barmherzigkeit, nach Befreiung, nach Hoffnung ist inzwischen aufgrund der Pandemie weltweit zu hören.

Zugleich ist durch diese Krise auf einmal neu eine zunehmende Solidarität füreinander spürbar, wie man sie kaum noch erwartet hätte.

Beben wir heute für alle, die für die Kranken, Alten, Sterbenden tätig sind bis zur Grenze der Belastbarkeit arbeiten.

Beben wir um Geduld und Gelassenheit für uns selbst.

Ein nachdenklicher Text von Anna Breitenbach

NICHT LEICHT

zu verstehen dass

es schmerzen soll

um zu glücken

dass ich es

hergeben muss

um es zu tragen

 dass ich es

austreiben muss

um es zu tragen

 dass ich es gehen

lassen muss

damit es kommen kann

gut dass

mein körper das

dialektisch sieht

 und gut und

gleichmäßig arbeitet

ohne meine zweifel

Kyrie GL 163, 5

  • Herr Jesus, auferstanden von den Toten, Herr, erbarme dich
  • Dein Kreuz ist unsere Hoffnung, Herr, erbarme dich
  • Du rufst alle Menschen zum Leben, Christus, erbarme dich
  • Du begleitest uns auf unseren Wegen, Christus, erbarme dich

 

  • Du bist erhöht zur Rechten des Vaters, Herr, erbarme dich
  • Du sendest den Geist der Wahrheit, Herr, erbarme dich
Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Gloria GL 328 Gelobt sei Gott im höchsten Thron…

 

  • Gelobt sei Gott im höchsten Thron, samt seinem eingebornen Sohn, der für uns hat genug getan. Halleluja, Halleluja, Halleluja!
  • Des Morgens früh am dritten Tag, da noch der Stein am Grabe lag, erstand er frei ohn alle Klag. Halleluja, Halleluja, Halleluja!
  • Der Engel sprach: „Nun fürcht’ euch nicht, denn ich weiß wohl, was euch gebricht: ihr sucht Jesus; den findt' ihr nicht.“ Halleluja, Halleluja, Halleluja!
  • „Er ist erstanden von dem Tod, hat überwunden alle Not. Kommt seht, wo er gelegen hat.“ Halleluja, Halleluja, Halleluja!

Lesung aus dem Apostelgeschichte 2, 42 – 47

Sie setzten das Brotbrechen fort und suchten die Einheit, wie es Jesus ihnen aufgetragen hatte. Ihre Gemeinschaft wurde intensiver und nahm zu.

 

Die Gemeinden hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam.

Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

Wort des lebendigen Gottes…. Dank sei Gott.

Nun freue dich du Christenheit

Nun freue dich du Christenheit

 

  1. Nun freue dich, du Christenheit, der Tag der ist gekommen, an dem der Herr nach Kreuz und Leid die Schuld von uns genommen. Befreit sind wir von Angst und Not, das Leben hat besiegt den Tod. Der Herr ist auferstanden.
  2. An diesem österlichen Tag lasst uns den Vater loben; denn er, der alle Ding vermag, hat seinen Sohn erhoben. Das ist der Tag, den Gott gemacht; das Leben ward uns neu gebracht: Der Herr ist auferstanden.
  3. Du lieber Herre Jesu Christ, da du erstanden heute, so lobt dich alles, was da ist, in übergroßer Freude. Mit dir sind wir von Herzen froh, wir rufen laut und singen so: Der Herr ist auferstanden.

2. Lesung aus dem 1. Petrusbrief 1, 3 – 9

Wir haben durch Christus eine unverbrüchliche Hoffnung geschenkt bekommen. Daran sollen wir glaubend festhalten, um in den Prüfungen unseres Lebens Kraft zu bewahren,

 

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll.

Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi.

Ihn habt ihr nicht gesehen und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

 

Halleluja – Vers:

So spricht der Herr. Weil du mich gesehen hast, Thomas, glaubst du. Selig die, die nicht sehen und doch glauben.

Evangelium nach Johannes 20, 19 - 31

Fenster Jesus und Thomas (c) falco auf Pixabay

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!

Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Thomas, genannt Didymus (Zwilling), einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.

Predigt von Pfarrer Wolfgang Acht

Wie schön, wenn wir wie die Apostel zusammensitzen, gemeinsam das Brot brechen und uns zum Gebet versammeln könnten. Aber warum wird uns das erst jetzt so bewusst, wo wir   auf Distanz leben und zu Hause arbeiten und bleiben müssen? Auf einmal ist Gemeinschaft und der Gottesbezug bedeutend. Dieses Gefühl sollten wir mehr verinnerlichen, das Miteinander und die Beziehung zu Gott neu finden.  

Es wäre zugleich unangemessen, wie  einige besserwisserisch verlauten lassen, Gott hätte die Krise gewollt, um uns herausfordern. Was bestimmt das Gottesbild solcher Leute? Gott ist die Liebe und braucht keine Krisenszenarien. Seine Zusage ist der rote Faden der ganzen Heiligen Schrift und noch mehr der des Lebens Jesu. Spricht die bewundernswerte Schöpfung nicht seine Sprache? Ist es nicht der Bund mit den Menschen von Anfang an, zu dem er treu steht? Wird uns das nicht in prophetischen Worten und schließlich unüberbietbar in der Menschwerdung Christi deutlich? Gott will nicht strafen, sondern schützen! Er ist ein Gott der Barmherzigkeit und der Solidarität über den Tod hinaus. Wir sollten unseren Bitten deshalb einen Dank vorausschicken!

Wir haben es gerade im Petrusbrief gehört. Es ist die Kraft Gottes, die uns behütet durch den Glauben, damit wir uns als Gerettete erfahren. Auf Hoffnung sind wir gegründet. Das ist ein tr Gedanke der uns trägt, gerade in der jetzigen Situation, die Angst auslöst und  Gefahr bietet, Glaubenszweifel zu erleben. Paulus erinnert uns in seinem Brief an den Glauben, der nicht sieht, aber dennoch Kraft gibt. Denn das Ziel des Glaubens, die Rettung, so im gleichen Brief, ist uns bereits geschenkt. Das könnte die Kraft zur Geduld erneuern und zur gegenseitigen Hilfe beflügeln.

Reicht das wirklich? Das Evangelium zeigt uns einen Weg auf. Was hören und lesen wir?

  • Jesu erstes Wort lautet: „Fürchtet euch nicht!“ Das Wort ist zeitlos und gilt gerade jetzt, wo wir Grund zum Fürchten haben. Und das Wort hat eine Konsequenz. Er trat, und tritt auch jetzt, in unsere Mitte, nicht nur beim Gottesdienst sondern auch dort wo wir einander zugewandt sind und leben. Konnten uns nicht die vielen Begegnungen mit ihm, auch in der Kommunion immer schon froh machen? Das ist unser Hoffnungskapital, von dem wir gerade jetzt zehren können.
  • Freilich ist er unter uns nicht in Glanz und Glorie, sondern als der Gekreuzigte, Verwundete, Leidende --- und Auferstandene! Nicht umsonst sagte er einmal zu den Jüngern: „Wenn ich am Kreuz erhöht bin werde ich alle an mich ziehen“. Eine tiefe Form von Anziehung und innerer Umarmung. Schon Manchem hat im Sterben der Blick auf das Kreuz Kraft gegeben.
  • Wie gut, dass uns an Thomas der tiefere Sinn des Leidens und der Auferstehung gezeigt wird. Thomas erkannte Jesus an den Wunden, die der Auferstandene ihm  So begegnete Jesus den Jüngern damals wie heute als der, der um Verwundung, Angst, Leid und Tod weiß. Thomas war von dieser erhellenden Begegnung so ergriffen, dass er nur noch glaubend und staunend sagen konnte: „Mein Herr und mein Gott“!

 

Nehmen wir diese Sichtweisen des Thomas in uns neu auf:                                      

  • Damit wir uns nicht fürchten, sondern im Glauben die Kraft der Rettung spüren und wissen, dass wir von Gott nie allein gelassen werden.
  • Damit wir den Herrn nicht im Glanz erwarten, sondern in seiner berührenden Hingabebereitschaft bis zum Ende. Er weiß eben was es heißt, verwundet und ängstlich zu sein. Er will uns begegnend helfen, mit unseren Ängsten umzugehen, damit wir die Hoffnung nicht verlieren, die weit über den Tod hinausgeht.
  • Wir leben im Moment im wahrsten Sinn hinter verschlossenen Türen, aber gerade dadurch kann  uns das heutige Evangelium zeigen, dass das für Jesu Nähe zu uns keine Barriere bedeuteten muss und darf.

Setzen wir auf ihn! Er will  uns begegnen und uns stärken und in unserer Mitte sein! Er  zeigt uns, dass Gottes Liebe immer die letzte und entscheidende Antwort auf unsre Fragen, Ängste und Sorgen ist!

Gebet

Credo GL 3, 5 beten… Ich glaube an Gott….

Fürbitten

Herr, wir kommen am Sonntag der Barmherzigkeit zu dir, um dich zu bitten:

  • Für alle, die angesichts der vielen Krisen in der Welt, jetzt durch die Virusepedemie weltweit im Glauben zu zweifeln beginnen. Lass sie Trost durch die finden, die alles geben, um beizstehen, zu helfen und solidarisch zu sein. Christus, höre uns…
  • Für die Kinder, die heute nicht zum ersten Mal die Kommunion empfangen können. Lass geduldig bleiben und die bisher zu dir gewonnene Beziehung nicht verlieren.
  • Für alle, die ihre ganze Kraft einsetzen und dabei selbst in Gefahr geraten, krank zu werden. Bewahre ihnen die Gesundheit und Ausdauer. Lass ihre Bemühungen nicht vergeblich sein.
  • Für alle politisch Verantwortlichen, die jetzt enorm gefordert sind. Bewahre Ihnen die Gesundheit, die Gelassenheit und lass sie kluge und wirksame Entscheidungen zum Wohl alle treffen.
  • Für die Verstorbenen, besonders die, die an der heimtückischen Krankheit gestorben sind, dass sie jetzt die Vollendung durch die Auferstehung erfahren und dich ganz nahe erleben.

Danach können auch  noch eigene Fürbitten hinzugefügt werden.

Vaterunser

Nun wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen, das der Herr selbst uns zu beten gelehrt hat:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Schlussimpuls

Der Beistand...

Liebende tun es

und Rechtsanwälte tun es

und Freunde

und Wildfremde auf der Straße

tun es:

sich beistehen!

 

Matthias Claudius

Gebet und Segen

Gebet  von Theresia von Avila

 

Nichts soll dich verwirren,

nichts soll dich beirren,

alles vergeht.

Gott wird sich stets gleichen,

Geduld kann erreichen,

was nicht verweht.

Wer Gott kann erwählen,

nichts wird solchem fehlen:;

Gott nur besteht.

 

Segen:

Es segne uns der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist

Das Grab ist leer

Das Grab ist leer

Christian Gössel (Orgel) und Henriette Kluchert (Trompete) spielen "Das Grab ist leer" zum Ostersonntag 2020.

 

Schlusslied GL 763 Das Grab ist leer…

 

  1. Das Grab ist leer, der Held erwacht, der Heiland ist erstanden, da sieht man seiner Gottheit Macht, sie macht der Tod zuschanden. Ihm kann kein Siegel, Grab noch Stein, kein Felsen widerstehen; schließt ihn der Unglaub selber ein, er wird ihn siegreich sehen, er wird ihn siegreich sehn. Halleluja, Halleluja, Halleluja
  2. Wo ist dein Sieg, o bittrer Tod? Du selber musst erheben; der mit dir rang, ist unser Gott, Herr über Tod und Leben. Verbürgt ist nun die Göttlichkeit von Jesu Werk und Wort, und Jesus ist im letzten Streit: für uns ein sichrer Hort: Halleluja, halleluja, halleluja!
  3. Dir danken nun, Herr Jesu Christ, die Völker aller Zungen, dass du vom Tod erstanden bist, das Heil uns hast errungen. Herr, bleib bei uns, wenns Abend wird, dass wir nicht irregehn! So wird die Herde wie der Hirt: einst glorreich auferstehn: Halleluja, halleluja, halleluja!