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Ostermontag

Im Vormittag (Kreuz aufstellen und Kerze entzünden)

Wir wollen diese Feier unter den Schutz des Auferstandenen stellen und
sprechen gemeinsam:

Im Namen des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ein Danklied sei dem Herrn

Ein Danklied sei dem Herrn

Singen oder beten wir zu Beginn Nr. 382, 1+2+5 aus dem Gotteslob
1) Ein Danklied sei dem Herrn / für alle seine Gnade; / er waltet nah und fern,
kennt alle unsre Pfade. ||: Ganz ohne Maß ist seine Huld / und allbarmherzige
Geduld. :||
2) O sei zu seinem Lob / nicht träge, meine Seele, / und wie er dich erhob, / zu
seinem Lob erzähle; ||: drum sei am Tage wie zur Nacht / sein Name von dir
groß gemacht! :||
5) Gib dich in seine Hand / mit innigem Vertrauen; / sollst statt auf eitel Sand
auf echten Felsen bauen, ||: dich geben ganz in Gottes Hut, / und sei gewiss,
er meint es gut. :||

Hinführung

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Uns soll in diesem Gottesdienst die Emmausgeschichte aus dem Lukasevangelium zum Leitfaden werden. Denn sie ist nicht einfach die Erzählung über zwei Jünger, die Jesus auf dem Weg begegnet sind. Sie ist zugleich der Versuch des Lukas, den Weg der Jünger zum Glauben an die Auferstehung aufzuzeigen. Ihre Situation ist durchaus mit unserer zu vergleichen, wenn wir gerade jetzt durch eine Seuche in Angst und Schrecken versetzt werden und im Stillen die Frage nach Gottes Weg auch wie die Jünger damals stellen.

Erster Schritt der Emmaus-Geschichte (Lk 24, 13 – 16)

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Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten.
- Der Schreck und das Entsetzen über den Tod des Meisters bestimmt noch alle Gedanken und führen zur Angst, Hals über Kopf den Ort des Grauens zu verlassen.
- Sie sind so davon erfüllt, dass sie Jesus als Wegbegleiter gar nicht erkennen. Wer trauert und entsetzt ist, ist ganz auf die eigene Befindlichkeit konzentriert und kaum noch kontaktfähig! Wir sehen nur noch die Not um uns selbst und stehen in der Gefahr, uns zu isolieren.
- Geht es uns nicht auch oft so, wenn wir von Ängsten oder Trauer bestimmt werden und der Situation entfliehen wollen? Stellen wir
dann nicht auch häufig die Frage, wie es um die Treue Gottes steht?
- Wir sollten einen Moment überlegen, was uns zurzeit niederdrückt und am Ende blind werden lässt für eine Kommunikation mit dem Wegbegleiter Jesus. Bitten wir, dass wir ihn erkennen als den, der mit uns geht.

Der in seinem Wort uns hält

Der in seinem Wort uns hält

Improvisation über GL 164 "Der in seinem Wort uns hält"

 

Rufen wir den Herrn an und beten oder singen Nr. 164 aus dem Gotteslob
V Der in seinem Wort uns hält bis zum Ende dieser Welt:
A Christus, Herr, erbarme dich.
V Der unsre Mühsal kennt, der uns beim Namen nennt:
A Christus, Herr, erbarme dich.
V Der uns aufstrahlt im Gericht, der uns heimruft in sein Licht:
A Christus, Herr, erbarme dich.

Gebet

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Wir beten gemeinsam Nr. 8, 6 aus dem Gotteslob

Wer bist du, Licht, das mich erfüllt
und meines Herzens Dunkelheit erleuchtet?
Du leitest mich gleich einer Mutter Hand,
und ließest du mich los,
so wüsste keinen Schritt ich mehr zu gehen.
Du bist der Raum,
der rund mein Sein umschließt und in sich birgt.
Aus dir entlassen
sänk‘ es in den Abgrund des Nichts.
aus dem du es zum Sein erhobst,
Du, näher mir als ich mir selbst
Und innerlicher als mein Innerstes –
Und doch ungreifbar und unfassbar
Und jeden Namen sprengend:
Heiliger Geist – ewige Liebe.

Theresa Benedikta a Cruce

Zweiter Schritt der Emmaus-Geschichte (Lk 24, 17- 23)

Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet? Da blieben sie traurig stehen, und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Prophet, mächtig in Wort und Tat vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohenpriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.

Aber nicht nur das: Auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen, Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe.


- Es kann doch nicht sein, dass einer nicht mitbekommen will, was die
Ängstlichen und Flüchtenden bestimmt. Das kann nur ein „Fremder“ sein!

- Jetzt erzählen sie ihre ganze Not. Das ist auch der Grund der Frage,
die Jesus stellt. Er will, dass sie ihm alles, auch ihre tiefsten Ängste
sagen.

- Ihre Not besteht einfach darin, dass sie glaubten, auf Jesus ihre
Hoffnung setzen zu können. Doch der starb schrecklich. Der „dritte
Tag“ hat noch keine Bedeutung für sie. Selbst die Erzählungen der
Frauen, dass er lebe, halten sie für Geschwätz.

- Was bedeutet uns der „dritte Tag“?

Gebet

Einer spricht unter Nr. 11, 5 aus dem Gotteslob

Beim aufgehenden Morgenlicht preisen wir dich, Herr; denn du bist der Erlöser der ganzen Schöpfung.
Schenk uns in deiner Barmherzigkeit einen guten Tag, erfüllt mit deinem Frieden.

Lass unsre Hoffnung nicht scheitern. Verbirg dich nicht vor uns.
In deiner sorgenden Liebe trägst du uns; lass nicht ab von uns.
Du allein kennst unsre Schwäche. O Gott, verlass uns nicht.

Ostsyrisches Gebet

Schriftlesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom

Liebe Schwestern und Brüder!
Wisst ihr denn nicht, dass wir alle, die wir auf Christus Jesus getauft
wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden mit ihm
begraben durch die Taufe auf den Tod; und wie Christus durch die
Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, so sollen auch
wir als neue Menschen leben. Wenn wir nämlich ihm gleich geworden
sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung
vereinigt sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mitgekreuzigt,
damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde und wir nicht
Sklaven der Sünde bleiben. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden
von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass
wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten
auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn.
Denn durch sein Sterben ist er ein für allemal gestorben für die Sünde,
sein Leben aber lebt er für Gott. So sollt auch ihr euch als Menschen
begreifen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.
Wort des lebendigen Gottes A.: Dank sei Gott

Das ist der Tag, den Gott gemacht

Das ist der Tag, den Gott gemacht

Gotteslobvideo (GL 329): Das ist der Tag, den Gott gemacht

Wir singen gemeinsam aus dem Gotteslob Nr. 329, 1 + 3
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht, / der Freud in alle Welt gebracht. / Es
freu sich, was sich freuen kann, / denn Wunder hat der Herr getan.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod / und auferweckt mit ihm zu Gott. / Uns ist
geschenkt sein Heil’ger Geist, / ein Leben, das kein Tod entreißt.

 

Dritter Schritt aus der Emmaus-Geschichte (Lk 24, 24 – 27)

Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Begreift ihr denn nicht? Wie schwer fällt es euch, alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.

 

- Begreift ihr nicht? Eine unangenehme Frage.

- Wie gehen wir mit den Worten der Schrift um und was bedeutet uns die biblische Botschaft? Ist für uns bestimmend in unserem Leben?

- Wir sagen: „Wort des lebendigen Gottes“ und „Dank sei Gott“! Wir sagen also, dass wir Zuspruch durch Gott erfahren. Wir sollten es
ernst nehmen.

Vierter Schritt der Emmaus-Geschichte (Lk 24, 28 ff)

So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er  mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?

- Sagte er ihnen und uns nicht deutlich: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Das ist ein Wort mit Geltung!

- Der Gestus der Brotbrechung und das Wort über den Kelch sind die zentrale Mitte unseres Glaubens, denn er wird für uns damit immer zur Mitte!

- Wir sollten mehr aus der Schrift lesen und unser Leben daraus deuten.

Kurze Stille

Fürbitten

Lasst uns beten zu Gott, dem Vater, der durch die Auferstehung seines Sohnes
die Welt erneuert hat:
- Stärke durch die jährliche Wiederkehr des Osterfestes den Glauben, die Hoffnung und die Liebe in allen Menschen. Christus, höre uns.
A.: Christus, erhöre uns.

- Schenke den Menschen weiterhin, was sie zum Leben brauchen und teile auch heute Dein Brot mit uns. Christus, höre uns.
A.: Christus, erhöre uns.

- Beschütze alle Getauften und lass sie stets deine Wege gehen. Christus, höre uns.
A.: Christus, erhöre uns.

- Lass auch uns am Ende unseres Lebens unverhüllt schauen, was die Verstorbenen bereits sehen und was wir jetzt noch in heiligen
Zeichen und Feiern erfahren. Christus, höre uns.
A.: Christus, erhöre uns.

Denn Du bist mit uns auf dem Weg. Heute, alle Tage bis in Deine Ewigkeit.
A.: Amen.

Beten wir das Gebet, dass alle Christen in dem einen Glauben vereint:

Vaterunser

Nun wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen, das der Herr selbst uns zu beten gelehrt hat:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

 

Letzter Teil der Emmaus-Geschichte (Lk 24, 32 – 35)

Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als
er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem
zurück und sie fanden die Elf und die anderen Jünger versammelt. Diese
sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt
hatten, als er das Brot brach.

- Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir gelegentlich spüren, was die
Kommunion für uns bedeutet.

- Er macht uns zu seinem „Tabernakel“, insofern er unser Innerstes
sein will.

- Diese Nähe tut gut und hat etwas Besonderes, das wir aber nicht für
uns behalten wollen, sondern miteinander teilen und vor allem
anderen weitersagen und weitergeben.

Gebet und Segen

Wir sprechen gemeinsam Nr. 5, 5 aus dem Gotteslob
Herr Jesus Christus, bleibe bei uns
als Licht in unserer Finsternis
als die Macht in unserer Ohnmacht
als das Leben in unserem Tod
als der Trost in unserem Leid
als die Kraft in unseren Versuchungen
als das Erbarmen in unsere Friedlosigkeit
als die Hoffnung in unserem Sterben
als das Leben unseres Lebens.
Margret Käfer-Krebs

Den Segen unter Nr. 13, 2 aus dem Gotteslob spricht einer:

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen
und dich zu schützen vor Gefahren.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke des Bösen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich
herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
Gebet aus Irland

So wollen wir gemeinsam das Zeichen unserer Erlösung, das Kreuzzeichen
machen und dabei sprechen:
Im Namen des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

O Jesu, all mein Leben bist du

O Jesu, all mein Leben bist du

Zum Abschluss singen wir unter Nr. 377 im Gotteslob
1. O Jesu, / all mein Leben bis du, ohne dich nur Tod. / Meine Nahrung bist du,
ohne dich nur Not. / Meine Freude bist du, ohne dich nur Leid. / Meine Ruhe
bist du, ohne dich nur Streit, / o Jesu.
2. O Jesu, / all mein Glaube bist du, Ursprung allen Lichts. / Meine Hoffnung
bist du, Heiland des Gerichts. / Meine Liebe bist du, Trost und Seligkeit. / All
mein Leben bist du, Gott der Herrlichkeit, / o Jesu.