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Hausgottesdienst zum 1. Adventssonntag - 29. November 2020

Einleitung

Einleitung

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Wir feiern diesen Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir entzünden jetzt am Adventskranz die erste Kerze!

Wir sagen euch an

Wir sagen euch an

GL 223, 1 Wir sagen euch an… 

Wir sagen euch an den lieben Advent.

Sehet die erste Kerze brennt.

Wir sagen euch an eine heilige Zeit.

Machet dem Herrn die Wege  bereit.

Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr!

Schon ist nahe der Herr.

 

Hinführung

 

  • Wir beginnen ein neues Jahr > ein neues Kirchenjahr mit dem Advent
  • Advent ist die Zeit, in der wir die Erwartung auf das Kommende betonen und dabei natürlich den kommenden Herrn im Blick haben, nicht nur damals in Bethlehem, sondern auch jetzt in unserer Gemeinschaft.
  • Stellen wir uns innerlich auf seine Ankunft unter uns ein! Das setzt die Bereitschaft voraus, warten zu können, was uns schwer fällt.
  • Ein Text von Andrea Schwarz kann einen Zugang zu dieser Erwartungshaltung geben:

 

Mit dem Weg wächst die Kraft

 

Umgetrieben, Aufbruch, tastende Schritte

und Unruhe, Sehnsucht, Hoffnung,

und Weg und Kraft und Entschiedenheit;

losgelassen, erfüllt, beschenkt,

und Mut und Angst und ganz viel Zuversicht;

und ein Ahnen und wachsende Gewissheit und

erstauntes Erkennen.

Und nun Abschied genommen

und mich riskiert und nur noch Vertrauen;

und losgegangen, Schritt für Schritt,

jeden Tag neu.

Sicher das Ziel, ungewiss der Weg,

aber im Gehen den Grund spüren

und die wachsende Kraft.

Kyrie

Herr, Du bist bleibend unter uns, lass uns Dich gebührend empfangen.

Herr, erbarme dich unser…

Herr, Du sagst uns Worte der Hoffnung zu.

Christus, erbarme dich unser…

Herr, Du birgst uns auch jetzt wieder in deiner Liebe.

Herr, erbarme dich unser

Gebet

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Herr, unser Gott. In Jesus Christus willst du uns erneut zeigen, dass Du mitten unter uns bist. Er will uns in Deinem Auftrag auf unsrem Weg begleiten. Deshalb lass uns aufmerksam auf die an uns heute gerichteten Worte der Schrift hören und so im Miteinander deine Nähe spüren. Darum bitten wir dich, durch Christus unseren Weggefährten und Herrn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

1. Lesung aus dem Buch Jesaja

Die Sorgen und Ängste der Hörer damals sind uns vertraut. Auch wir rufen immer  neu nach der Nähe Gottes, der „Erlöser“ von Anfang an war und bleiben will, wie er es uns in Jesus Christus so glaubwürdig gezeigt hat. Wir verbinden uns deshalb mit dem Wunsch der Menschen damals, er möge uns den Blick frei geben für seine Nähe und Güte. 

 

Herr, du bist unser Vater, «Unser Erlöser von jeher» wirst du genannt.

Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, sodass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind.

Reiß doch den Himmel auf und komm herab, sodass die Berge zittern vor dir.

Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, kein Ohr hat gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen. Ach, kämst du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken über deine Wege. Ja, du warst zornig; denn wir haben gegen dich gesündigt, von Urzeit an sind wir treulos geworden. Wie unreine Menschen sind wir alle geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind.

Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, fest zu halten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen. Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände.

 

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott.

Antwortgesang

Antwortgesang

GL 231, 1 + 2 O Heiland reiß die Himmel auf…

Oh Heiland reiß die Himmel auf, / herab vom Himmel lauf. /
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, / reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

O Gott, ein Tau vom Himmel gieß, / im Tau herab, o Heiland, fließ /
Ihr Wolken brecht und regnet aus / den König über Jakobs Haus.

 

2. Lesung aus dem 1. Korintherbrief

Es ist gut, dass Paulus uns nochmals deutlich vor Augen führt, wer wir durch Christus geworden sind. Es ist eine Gnade, Kinder Gottes sein zu dürfen. Gehen wir mit ihm davon aus, dass er uns bis zum Ende im Glauben bewahrt und uns festigt.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, sodass euch keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu Christi, unseres Herrn, wartet. Er wird euch auch festigen bis ans Ende, sodass ihr schuldlos dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn. Treu ist Gott, durch den ihr berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.

 

Wort des lebendigen Gottes…Dank sei Gott.

Halleluja-Vers

Halleluja-Vers

Lass uns schauen, o Herr, deine Huld und schenke uns dein Heil.

Evangelium

nach Markus (13,33 – 37)

 

Jesus sagte zu seinen Jüngern:

Gebt Acht und bleibt wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.

Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein.

Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.

Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus…Lob sei Dir Christus.

Predigtgedanken

Bleibt aufmerksam, bleibt wach! Das gehört inzwischen fast zum geflügelten Wort aufgrund der Corona-Pandemie. Nun auch hier der Aufruf zur Wachsamkeit. Hier soll nicht zur Vorsicht gegenüber dem Anderen aufgerufen werden. Sondern hier will Jesus uns vor einer gefährlichen anderen Nachlässigkeit warnen, vor einer Gottvergessenheit.

Rechnen wir eigentlich noch mit einer Gottesbegegnung, oder haben wir uns anders eingerichtet und selbständig gemacht?

 

Bleibt wach, auch auf Gott hin, damit Ihr ihn nicht verpasst! Wir haben doch sonst auch Angst, etwas zu verpassen, warum keine Angst, Gott aus dem Blick zu verlieren? Dieser Frage sollten wir mal in der jetzt beginnenden Adventszeit nachgehen, sonst wird am Ende auch das Fest der Menschwerdung Jesu Christi unbedeutend. Denn es nur als Gefühlsanreicherung zu begehen, ist nicht von nachhaltiger Dauer!

 

Dieses Angebot Gottes, das uns in Jesus Christus gemacht wurde und nun wieder gemacht wird, findet man eben nicht im Internet oder in der Zeitung. Dafür sind wir durchaus hellwach, um auch nichts zu verpassen.

 

Aber vielleicht ist es ja das Problem, wie es Jesus im Bild sagt, dass der „Hausherr“ verreist ist. Wie sollte man ihn dann finden oder sehen? Richtig. Aber dann kommt der entscheidende Hinweis, dass er alle Verantwortung seinen Dienern übertagen hat. Das bedeutet nicht nur Mühe und Last, sondern das bedeutet auch, dass er uns zu Nutznießern seines Vermögens und seines Hauses gemacht hat. Und jedem, das sollte auch klar werden, eine Aufgabe zugeteilt hat, die für ihn angemessen ist. Das ist doch wohl großzügig und entgegenkommend, oder?

Doch worin sollten denn die Aufgaben bestehen? Da braucht man nicht lange nachzufragen. Es geht im Sinne Jesu darum,

  • die Not des Nachbarn wahrzunehmen und nicht zu ignorieren, weil man ja angeblich genug eigene Last habt.
  • dem einsamen und kranken Menschen beizustehen und ihn spüren zu lassen, dass er nicht wegen seiner Schwäche ohne Bedeutung ist.
  • der zunehmenden Aggression und Gewalt entgegenzutreten und im Umgang mit Fremden, eine menschliche Form zu finden.
  • die Not der Länder weltweit nicht zu vergessen, sondern sie uns zu Herzen gehen zu lassen und darüber nachzudenken, wie wir gesellschaftlich, aber auch als Einzelne helfen können, sie zu lindern, z. B. durch großzügige Spenden an Organisationen oder kirchliche Hilfswerke, die vor Ort sehr engagiert sind.

 

Bleiben wir wachsam und ziehen wir uns nicht in das Überschaubare oder nur in die Eigensorge zurück. Dagegen ruft Jesus zur Wachsamkeit auf! Deshalb weist er uns auf die eigene Aufgabe hin, die wir nicht einfach unerledigt sein lassen können. Denn das würde weiter dazu führen, dass die Anonymität und die soziale Kälte zunehmen und wir am Ende selbst das zu spüren bekommen.

 

Der Herr ist auf Reisen, d. h. er hat uns nicht zurückgelassen, sondern uns alles, was ihm für das Leben wichtig war, anvertraut. Vergessen wir nicht, dass er uns dazu auch die Begabung und Kraft gegeben hat! Jetzt vermittelt er sie uns in unserem Miteinander erneut.

Vergessen wir deshalb nicht, dass der Herr es lieblos fände, wenn wir uns zurückziehen oder ihn, den „Hausherrn“, einfach vergessen. Bleiben wir wachsam um unserer selbst willen.

 

Kurze Stille oder Gedankenaustausch!

 

 

Selig seid ihr

Selig seid ihr

23. Nov. 2020

Lied GL 459, Selig seid ihr…

Selig seid ihr, wenn ihr Wunden heilt / Trauer und Trost miteinander teilt.

Selig seid ihr, wenn ihr Krüge füllt, / Hunger und Durst füreinander stillt.

Selig seid ihr, wenn ihr Fesseln sprengt, / arglos und gut voneinander denkt.

Selig seid ihr, wenn ihr Schuld verzeiht, / Stütze und Halt aneinander seid.

 

Apostolisches Glaubensbekenntnis

beten (c) Bild von reenablack auf Pixabay

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige, katholische Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.

 

Fürbitten

Deine Ankunft ist uns zugesichert, wenn wir aufmerksam auf das achten, was uns umgibt. Deshalb bitten wir dich:

  • Für alle, die Opfer von Katastrophen und Kriegen sind, dass sie Unterstützer finden, die ihnen beistehen und dafür sorgen, dass sie bald aus der Not befreit werden. Christus, höre uns…
  • Für die Kinder, die jetzt voller Erwartung auf das Weihnachtsfest zugehen, dass sie in dieser Zeit erfahren, dass das wichtigste Geschenk gute Menschen sind, und sie selbst großzügig mit anderen teilen. Christus, höre uns…
  • Für alle verantwortlichen Politiker vor Ort und bundesweit, die in dieser Krisenzeit oft Einschränkungen zu unserer Bewegungsfreiheit treffen müssen, dass sie dazu auf unser Verständnis stoßen. Christus, höre uns…
  • Für uns, die wir kaum noch die Geduld aufbringen, warten zu können, dass wir die Ruhe bewahren und die dadurch nicht die Übersicht verlieren. Christus, höre uns…
  • Für unsere Gemeinde, dass sie ein Ort des Austausches, der Achtsamkeit und des Zeugnisses bleibt, damit Menschen sich angezogen und eingeladen fühlen bei uns zu sein. Christus, höre uns…

 

  • Für die Kirche in Kolumbien, mit der unser Bistum Aachen seit Jahren eine enge Partnerschaft pflegt und an die wir gerade am 1. Sonntag des Kirchenjahres denken wollen. Dass der Friedensprozess in Kolumbien weiter Fortschritte macht und die Gewalt ein Ende findet. Christus, höre uns…
  • Für unsere Verstorbenen, dass sie jetzt dein endgültiges Entgegenkommen erfahren und alles Warten auf Wandlung und Vollendung ein Ende hat. Christus, höre uns…
  • Mögliche weitere Fürbitten….

 

Herr, wir danken Dir, dass wir unsere Bitten vortragen konnten und gewiss sein können, mit Dir unseren Weg gehen zu dürfen.

 

Vater unser

gemeinsam beten

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name,

dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.

Amen.

 

Schlussimpuls

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Nicht das Vergangene

 

Starre nicht auf das,

was früher war.

Steh nicht stille

 in Vergang’nem.

Ich, sagt Er,

mache neuen Anfang.

Es hat schon begonnen,

merkst du es nicht?

von Huub Osterhuis

 

Gebet

Herr, wir danken Dir für Deine wieder gespürte Nähe in Jesus Christus. Haben wir doch in Dankbarkeit im Wort der Schrift viele Zusagen erfahren. Lass uns weiter wachsam sein auf Deine Wegbegleitung, um Dich auch in unserem Alltag und unserem Miteinander immer wahrzunehmen. Lass uns das in Wort und Tat bezeugen, damit auch andere einen Zugang zu Dir finden. Darum bitten wir Dich, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Segen

Der Herr, unser Gott, hat uns den Glauben an das Kommen seines Sohnes geschenkt; er segne und heilige euch durch das Licht seiner Gnade.

Er mache euch standhaft im Glauben, froh in der Hoffnung und eifrig in Werken der Liebe.

Die erste Ankunft des Erlösers sei euch Zeichen dafür, dass er wiederkommen wird.

Das gewähre Euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 

Schlusslied

Schlusslied

GL 741, 1 + 2 Herr, sende den du senden willst…

Herr sende, den du senden willst, / durch den du allen Jammer stillst, / der uns befreit mit starker Hand / und führet ins gelobte Land.

O Weisheit aus des Höchsten Mund, / die du umspannst des Weltalls Rund / und alles lenkst mit Kraft und Rat, / komm lehr uns deiner Klugheit Pfad!

 

Sendung

Seid Gesandte an Christi statt und geht in seinem Frieden weiter.

Gelobt sei Jesus Christus. In Ewigkeilt Amen.