Ich gehöre nicht zum Betreuerteam – ich bin „nur“ in der Küche und derjenige, der immer spült. So habe ich einen etwas anderen Blick auf die Ferienfahrt, auch wenn ich hier von „uns“ spreche.
Zum sechsten Mal waren wir nun im Haus Niederegg in Saalbach-Jausern – und wieder war es wunderschön. Da einige Betreuer*innen und das Küchenteam bereits einen Tag früher angereist waren, war für die große Gruppe nach der nächtlichen Fahrt schon alles vorbereitet. Nach dem Beziehen der Zimmer und einem späten Frühstück ging es direkt los: Lagerregeln wurden aufgestellt, Steckbriefe und Türschilder gebastelt, und bei einem ersten Spaziergang wurde die Umgebung erkundet.
Das Programm war für die 64 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren sehr abwechslungsreich:
Das Haus Niederegg ist ein großzügiges Jugendgästehaus. Alle Zimmer verfügen über Dusche/WC, und es gibt eine große Turnhalle, die gerade an den ersten, regnerischen Tagen intensiv genutzt wurde. Doch bald lachte die Sonne, und dann konnte endlich gewandert und geschwommen werden. Gemeinsam erklommen wir bei einer Tagestour den Hausberg gegenüber und besuchten die Limbergalm.
Zwölf Kinder brachen mit ihren Betreuer*innen zu einer Zweitagestour mit Übernachtung auf der Bürglhütte auf. Dabei sammelten sie eifrig Punkte für das Wanderabzeichen und bestiegen den höchsten Berg im Tal – den Geißstein.
Unser Koch „Jupp“ sowie die Betreuer*innen Benni und Vanessa sind begeisterte Kletterer. Sie ermöglichten neun älteren Jungs, erstmals einen Klettersteig zu meistern – ein echtes Abenteuer.
Die anderen Kinder, die sich den Klettersteig oder die Zweitagestour nicht zutrauten, fuhren mit der Seilbahn auf den Berg und stiegen von dort zum Mittelgipfel und zum Stemmerkogel auf.
Und die ganz Harten wagten sich sogar auf das Spielberghorn. So konnten zahlreiche silberne und bronzene Wanderabzeichen errungen werden.
Aber es wurde nicht nur gewandert: Das Freibad „Captain Hook“ in Saalbach wurde mit Begeisterung erobert. In Zell am See mussten bei einem Stadtspiel versteckte Berufe aufgespürt werden – und danach gab es eine wohlverdiente Abkühlung beim Baden im Zeller See.
Ein echtes Highlight war der Ausflug zu den Kapruner Hochgebirgsstauseen auf 2.040 Metern, den uns die Firma Schmitz sponserte. Mit einer großen Plattform wurden wir den Berg hinaufgezogen, und nach einer spektakulären Busfahrt erreichten wir die Seen. Dort erfuhren wir bei einer Führung und Gang durch die Staumauer Spannendes über die Staumauer, das Wasser, die Gletscher und die Natur rundherum.
Am Wochenende besuchte uns Christopher mit seiner Frau Anna und Tochter Rahel. Der frühere Teilnehmer und Betreuer der Ferienfahrt, heute als Pastoralassistent im Raum München tätig, feierte mit uns einen Gottesdienst. Dabei lud er uns alle ein, unsere eigenen Talente zu entdecken und bewusst wahrzunehmen.
Natürlich kamen auch Spaß, Kreativität und Gemeinschaft nicht zu kurz: Ein Galaabend im Stil eines Oktoberfests, ein Casinoabend, viele Bastelaktionen und spontane Spiele – die Zeit verging wie im Flug. Und wie das bei schönen Dingen oft ist, fragte man sich zum Schluss: Wo ist nur die Zeit geblieben?
Am Freitagabend um 20:00 Uhr kam der große Doppelstockbus – es ging zurück nach Hause. Am Samstagmorgen um 07:00 Uhr lagen sich Eltern und Kinder glücklich in den Armen.
Das schönste Lob für unser Team kam von den Kindern selbst: „Es war toll – nächstes Jahr fahre ich wieder mit!“ Und das Ziel für 2026 steht schon fest: Es geht nach Holland ans Meer.
Zum Schluss möchte ich ein großes Dankeschön sagen: An die 17 hochengagierten Betreuer*innen, die ein tolles Programm auf die Beine gestellt haben. An unsere beiden Köche „Jupp“ und Theo für das leckere und abwechslungsreiche Essen. Und natürlich an alle Menschen und Firmen, die uns unterstützt haben – mit Lebensmitteln, Geldspenden, Werbeartikeln, dem Ausflug nach Kaprun oder mit Rat und Tat. Ohne euch wäre vieles nicht möglich gewesen.
Für mich war es wohl die letzte Fahrt. Im Jahr 2000 haben meine Frau – die zuvor bereits dreimal als Kochmutter dabei war – und ich die Leitung der Ferienfahrt vom damaligen Gemeindepriester Rombach übernommen.
Zweimal sind wir, nachdem wir die Leitung abgegeben hatten, nochmal eingesprungen: einmal als Leitung für einige Jahre, später war ich in der Küche aktiv, während meine Frau Bettina sich um unsere Enkelkinder (Johannas und Theos Kinder) gekümmert hat.
Nach 25 Jahren und 20 Teilnahmen war dies wohl mein Abschied. Aber – man weiß ja nie 😊
Es war für uns eine wirklich sehr, sehr schöne Zeit!