Rückblick aufs Krippenspiel Heiligabend in St. Hubert

Krippenspiel St. Hubert (c) Pfarrgemeinde St. Hubertus
Datum:
2. Januar 2026
Von:
Sonja Borsch

„Das war wieder etwas Besonderes: Es hatte diesmal beides, einmal die alte Geschichte und dann war da auch der Bezug zur heutigen Zeit“. So lautete die spontane Reaktion einer Familie an Heiligabend.

In der vollbesetzten Kirche warteten alle gespannt auf den Beginn des Krippenspiels, als plötzlich die aufgeregte Frage von Johanna aus dem Nirgendwo erklang: „Mama, was ist denn das für ein Ross? Ein Ross, das ist doch ein altes Wort für Pferd, oder?“ Die suchenden Blicke der Gottesdienstbesucher entdeckten Johanna dann endlich in einer der Kirchenbänke, in der sie stand und sich umblickte. Etwas genervt hörte man dann die Stimme ihres großen „Bruders“ Erik, der einräumte: „Ach, sie meint das Lied von eben: Es ist ein Rooos entsprungen. Hier geht es um eine Rose, nicht um ein Ross!“ Johanna wollte nun aber wissen, was das alte Lied meint, wenn es von einem aufbrechenden Blümlein und einem Lichtschein spricht. Nicht faul zückte der Teenager sein Handy und klärte die Familie über den alttestamentlichen Propheten Jesaja und seine bildreichen Gedanken zur Geburt des Friedensfürsten auf. Immer wieder schmunzelten oder lachten die Zuhörer, wenn die „Eltern“ ihre Kinder zur Stille ermahnten oder dem Sohn gar Handyverbot bis Ostern androhten. Es gab noch viel zu fragen über Maria, Josef und die vielen großen und kleinen Hirten, die ihre Gedanken über Armut und Ungerechtigkeit äußerten und sich gegenseitig ermutigten, die Hoffnung nicht aufzugeben; über die Engel, die die Hoffnung durch ihre Botschaft in der Nacht nährten; und über die Weisen, die beim Anblick des Sterns von Bethlehem direkt ahnten, dass ein besonderer König geboren sein musste – von dem sie bereits in den alten Schriften gelesen hatten. Witzig erklangen die flotten Reime der Hirten, als sie sich begeistert und hoffnungsfroh auf den Weg zur Krippe machten. Amüsiert hörten die Gottesdienstbesucher Sprüche wie: „Ahh, was ist denn das? Das ist ja echt krass!“ oder „Hey, ihr Bengel, das sind echte Engel! Hört auf mit dem Gequengel!“

Als schließlich zuerst die armen Hirten und dann auch die wohlhabenden Weisen einträchtig nebeneinander im Stall bei der Heiligen Familie Platz nehmen durften, erläuterte Hirte Jonathan für alle die anfänglichen Fragen zum alten Lied „Es ist ein Ros’ entsprungen“:

„Ja, wenn bei uns auf der Weide eine Blume wächst und die Knospe aufspringt, dann beginnt etwas Neues. Neue Farben leuchten zwischen dem Grün.“ Woraufhin einer der Weisen namens Paul nachfragte: „Und ihr meint, dass heute auch etwas Neues beginnt, dass die Welt farbiger und schöner wird durch dieses Kind?“ „Ja“, bemerkte Hirtin Elisa beeindruckt: „Und vielleicht merken wir ja gerade schon etwas davon. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal neben so edlen Damen und Herren sitzen dürfte – in einem Stall.“ Hier musste ihr die Weise Emilia zustimmen: „Richtig, dieses Kind verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. Es verbindet Arme und Reiche und Menschen aus ganz unterschiedlichen Nationen und Völkern.“

Die „Familie“ in der Kirchenbank stellte fest, dass dieser Wunsch und damit die alte Botschaft immer noch aktuell ist und heute wie damals gilt: Jesus kommt für uns in die Welt! Und da alle eingeladen sind, standen die Kinder und Eltern auf und gesellten sich zu den übrigen 20 Mitspielern, um das Kind in der Krippe zu bestaunen.